Ein new Kochbuch (Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle)
Augenöl aus Ruttenleber (Quappe)
Moderne Übersetzung
Nimm eine Ruttenleber, gib sie in ein Glas und stelle sie hinter den Ofen, so gibt es ein Öl. Dasselbige ist gut für die Augen: Wenn jemand ein Fell darüber hat, so kann man es damit vertreiben.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Ruttenleber | Ruttenleber | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Kein Gericht, sondern ein Heilmittel: Die Leber der Rutte (Quappe) gibt in milder Wärme ein Öl ab, das Rumpolt gegen ein „Fell“ auf dem Auge empfiehlt. Nichts wird gegart, gewürzt oder gegessen. Am ehesten erinnert das Verfahren an das alte Gewinnen von Fischleberöl durch langsames Ausschmelzen; das ist ein Vergleich, kein Beleg.
Wie entsteht das Öl? Hinter dem Ofen herrscht Restwärme, kein Feuer. Sie löst nach und nach Fett aus der Leber, das Glas fängt es auf. Rumpolt nennt weder Dauer noch Wärmegrad und sagt nicht, ob die Leber zerteilt oder das Öl abgegossen wird. Diese Angaben bleiben hier offen. Frische Fischleber verdirbt in milder Wärme allerdings rasch.
Das „Fell“. Gemeint ist ein Häutchen oder eine Trübung, die über dem Auge liegt und die Sicht nimmt. Welche Krankheit dahintersteht, lässt der Text nicht erkennen.
Die Anwendung. Der Text sagt nur, man könne das Fell mit dem Öl „hinweg treiben“. Wie das Öl ans Auge kommt, steht nicht da.
Praxis. Das Rezept lässt sich nur als historisches Verfahren lesen. Das Öl ist weder zum Verzehr noch zur Anwendung am Auge gedacht.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/rum-1083/
fyndling.de/rezepte/rum-1083/