Ein new Kochbuch (Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle)
Süßes Krebsgehack mit Rosinen und Eigelb
Moderne Übersetzung
Nimm geschälte Krebse, die gekocht sind, und hacke sie fein klein mit grünen, wohlschmeckenden Kräutern; pfeffere es und färbe es gelb. Gieße ein wenig Wein darüber, gib frische Butter hinein und kleine schwarze Rosinen, die sauber ausgewaschen sind. Mache es süß und lass es miteinander aufkochen. Nimm etliche Eigelb und rühre sie darunter, so wird es dick. Das ist ein gutes Essen.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| geschelte Krebs/ die gesotten seyn | geschälte Krebse, die gekocht sind | - | Fischhändler, auch gekocht und ausgelöst als Tiefkühlware | - |
| gruͤnen wolschmeckenden Kraͤutern | grüne, wohlschmeckende Kräuter (Sorte nicht genannt) | - | - | - |
| pfeffers | pfeffere es | - | - | - |
| gelbs | färbe es gelb (Farbmittel nicht genannt, Safran angenommen) | - | gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel | - |
| ein wenig Wein | ein wenig Wein (Sorte nicht genannt) | - | - | - |
| frische Butter | frische Butter | - | - | - |
| kleine schwartze Rosein/ die sauber außgewaschen seyn | kleine schwarze Rosinen, sauber ausgewaschen | - | - | Korinthen |
| machs suͤß | mache es süß (der Text nennt kein Süßungsmittel) | - | - | - |
| etliche Eyerdotter | etliche Eigelb | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Gekochte, geschälte Krebse werden mit grünen Kräutern fein gehackt, gepfeffert und gelb gefärbt, mit Wein, Butter und kleinen schwarzen Rosinen gesüßt aufgekocht und zuletzt mit Eigelb gebunden. Heraus kommt keine Sauce, sondern eine dicke, süß-würzige Krebsmasse, ähnlich einer Krebsfarce. Rumpolt verwendet sie in den folgenden Nummern als Füllung für kleine Pasteten und Spanische Krapfen.
Die Krebse. Der Text setzt gekochte, geschälte Krebse voraus. Wer lebende Krebse verwendet, kocht sie zuerst und löst das Fleisch aus. Ob nur Schwänze oder auch Scherenfleisch, lässt Rumpolt offen.
Farbe, Süße, Wein. Womit gefärbt wird, sagt der Text nicht; heute nimmt man dafür ein wenig Safran. Gesüßt wird mit Zucker, Rumpolt schreibt nur „machs süß“. Der Wein ist ohne Sorte genannt; ein heller Wein passt zur gelben Farbe. Salz nennt der Text weder als Zutat noch als Warnung; wer nachsalzt, tut das nach eigenem Geschmack.
Das Binden. Rumpolt lässt alles aufkochen und rührt dann die Dotter unter, „so wirt es dick“. Damit das Eigelb nicht zu Rührei gerinnt, nimmt man den Topf heute kurz vom Feuer, verrührt die Dotter mit etwas heißer Masse und zieht sie dann unter. Die Masse soll dick und streichfähig werden.
Praxis. Mengen nennt Rumpolt nicht. Die Zeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an: etwa 20 Minuten für das Hacken, etwa 10 für Aufkochen und Binden, mit bereits gekochten und ausgelösten Krebsen.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/rum-1209/
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