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Ein new Kochbuch (Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle)

Frankfurt am Main, 1581 · Frühneuhochdeutsch (Frankfurter Druckersprache mit oberdeutscher Schreibung, südwestdeutsch/rhein-mainischer Küchenwortschatz, 1581)

Angestochenes Ei, im Kaltwasser entwärmt und sanft gesotten

Moderne Übersetzung

Wenn du ein frisches Ei zubereiten willst, so nimm eine Nadel und mache kleine Löchlein an beide Spitzen. Leg es in kaltes Wasser; ist es Sommer, so leg ein Stück Eis dazu, und lass es eine Stunde im Wasser liegen, so zieht es die Hitze heraus.

Siede das Ei fein sanft und gib es zu trinken oder zu essen, wie es einem wohlschmeckt.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
ein frisch Ey frisches Ei 1 - -
kaltes Wasser kaltes Wasser - - -
ein Eis ein Stück Eis (nur im Sommer) 1 Stück - -

Zubereitungshinweis

Welches Gericht ist das? Ein Verfahren für ein einzelnes frisches Ei: Beide Spitzen werden mit einer Nadel angestochen, das Ei liegt eine Stunde in kaltem Wasser, im Sommer mit Eis, und wird dann sanft gesotten. Gereicht wird es zum Trinken oder zum Essen. Heute erinnert das an das Anstechen und Abschrecken von Frühstückseiern; eine direkte Linie dorthin lässt sich nicht behaupten.

Nadel und Löcher. Die Gluua ist eine Nadel, keine Zutat. Mit ihr werden in beide Spitzen des Eis kleine Löcher gestochen. Wozu die Löcher dienen, sagt Rumpolt nicht; er nennt nur das Ergebnis des ganzen Vorgangs: Das Wasser zieht die Hitze heraus.

Kaltwasser und Eis. Eine Stunde Liegezeit ist vorgegeben, das Eis nur für den Sommer. Im Winter genügt kaltes Wasser. Die Stunde ist in der Zubereitungszeit mitgerechnet; die übrige Zeit ist geschätzt.

Sieden. Fein lindt heißt sanft, gelinde, ohne starkes Wallen. Eine Siedezeit nennt Rumpolt nicht, auch nicht, ob das Ei kalt angesetzt oder in heißes Wasser gelegt wird. Zu trinken deutet auf ein Ei, dessen Inneres noch flüssig ist; zu essen lässt auch ein festeres zu.

Praxis. Ein frisches Ei mit einer sauberen Nadel an beiden Enden anstechen, eine Stunde in kaltes Wasser legen, im Sommer ein paar Eiswürfel dazu. Danach in kaltem Wasser aufsetzen, langsam erhitzen und nur leise sieden lassen; für ein weiches Ei etwa 4 bis 6 Minuten ab dem Sieden, für ein festeres länger. Die Zeiten sind ein heutiger Vorschlag, der Text gibt keine vor.

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