Ein new Kochbuch (Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle)
Hattele vom Damhirsch in aufgesetzter Pastete, warm
Moderne Übersetzung
Hattele vom Damhirsch in einer aufgesetzten Pastete, warm gegeben.
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Eine warm aufgetragene Wildpastete: Hattele vom Damhirsch, in eine aufgesetzte Pastete gegeben. Mehr sagt Rumpolt an dieser Stelle nicht. Die Zeile steht im Pastetenkapitel in einer Reihe von Wildpasteten vom Damhirsch und vom Reh, die er ebenfalls nur mit einer Zeile nennt.
Hattele. Was das Wort bedeutet, ist offen; die Druckform bleibt stehen. Beim Kalb beschreibt Rumpolt, wie er Hattele macht: dünn geschnittene, mit dem Messerrücken geklopfte Fleischscheiben, mit gehacktem Rinderfett und Kräutern bestreut und aufgewickelt. Ob er Damhirsch für die Pastete genauso behandelt, sagt dieser Text nicht.
Aufgesetzte Pastete. Der Text sagt nur „auffgesetzt“. Heute würde man darunter am ehesten eine freistehende, hochgezogene Pastete ohne Form verstehen. Ob Rumpolt damit etwas anderes meint als mit der „aufgetriebenen“ Pastete, in die er die Hattele vom Kalb gibt, lässt sich aus dieser Zeile nicht entscheiden.
Praxis. Eine Anleitung zum Nachkochen gibt es nicht, und wir ergänzen keine. Wer sehen will, wie Rumpolt Hattele in einer Pastete zubereitet, findet das beim Kalb: dort kommen die Hattele in eine aufgetriebene Pastete aus weißem Teig, mit Butter darüber, zugedeckt und gebacken, und werden warm mit einem sauren Eigelbbrühlein aufgetragen. Das ist ein Vergleich, keine Anleitung für dieses Rezept.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/rum-1750/
fyndling.de/rezepte/rum-1750/