Ein new Kochbuch (Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle)
Äpfel in Zuckersirup, ganz oder in Spalten
Moderne Übersetzung
Nimm Wasser und Zucker und lass es aufkochen. Schäle Äpfel und schneide sie auseinander. Oder nimm sie ganz und stich das Kerngehäuse mit einem scharfen, hohlen Eisen aus, sodass der Apfel ganz bleibt.
Wenn das Wasser samt dem Zucker aufgekocht ist, wirf die Äpfel hinein und lass sie kochen, bis sie weich werden. Hol sie heraus auf ein sauberes Brett und lass den Sirup kochen.
Lege die Apfelstücke wieder hinein und lass sie darin gut aufkochen, sodass nichts anbrennt. Nimm sie heraus und lege sie schön rund herum in eine Schüssel. Gieße den Sirup oben darüber und lass alles kalt werden.
Wenn du es zu Tisch geben willst, bestreue es mit kleinem überzogenem Konfekt. So ist es gut und zierlich.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Wasser | Wasser | - | - | - |
| Zucker | Zucker | - | - | - |
| Epffel | Äpfel | - | - | - |
| kleinem vberzogenem Confect | Kleines überzogenes Konfekt | - | - | Kleine Zuckerdragees als heutige Entsprechung; Rumpolt meint mit Zucker überzogene Körner, Wurzeln oder Gewürze. |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? In Zuckersirup gegarte Äpfel, in Stücken oder ganz mit ausgestochenem Kerngehäuse, rund in der Schüssel angerichtet, mit dem Sirup übergossen und kalt mit kleinem Konfekt bestreut aufgetragen. Am nächsten kommen heute pochierte Äpfel in Sirup.
Erst garen, dann den Sirup sieden. Die Äpfel ziehen im Zuckerwasser gar und kommen auf das Brett, bevor der Sirup allein weiter siedet. So zerfallen sie nicht, während er dicker wird. Rumpolt nennt keine Dichte; praktisch lässt man ihn sieden, bis er leicht sämig vom Löffel läuft, damit er nach dem Erkalten an den Äpfeln haftet.
Der zweite Sud. Die Äpfel kommen zurück in den Sirup und werden darin gut aufgekocht. Je dicker der Sirup ist, desto leichter setzt er am Topfboden an; davor warnt der Text mit "daß es nicht anbrennet".
Ganz oder in Stücken. Rumpolt stellt beide Wege nebeneinander, die Arbeitsschritte bleiben dieselben. Für den ganzen Apfel wird das Kerngehäuse mit einem hohlen Eisen ausgestochen, heute mit einem Apfelausstecher.
Praxis. Feste, leicht säuerliche Äpfel halten ihre Form besser; das ist heutige Küchenerfahrung, keine Angabe Rumpolts. Das Konfekt erst beim Auftragen aufstreuen, damit es nicht im Sirup weich wird. Die Zubereitungszeit von etwa 45 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/rum-1866/
fyndling.de/rezepte/rum-1866/