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Ein new Kochbuch (Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle)

Frankfurt am Main, 1581 · Frühneuhochdeutsch (Frankfurter Druckersprache mit oberdeutscher Schreibung, südwestdeutsch/rhein-mainischer Küchenwortschatz, 1581)

Trauben weder zu früh noch zu spät lesen

Moderne Übersetzung

Ferner: Der Wein, der gelesen wird, bevor er reif ist, ist nicht haltbar und gut. Ebenso ist der Wein, der überreif ist und unter Hitze oder Kälte gelitten hat, nicht natürlich gesund und gut. Danach hat man sich zu richten, damit man das rechte Mittelmaß trifft.

Zubereitungshinweis

Was ist das? Kein Gericht, sondern eine Faustregel zum Lesezeitpunkt, mit der Rumpolts Kellermeisterei beginnt. Sie nennt zwei Fehler: zu früh lesen und zu spät lesen, wenn die Trauben überreif sind und unter Hitze oder Kälte gelitten haben. Beides ergibt Wein, der nicht hält und nicht gut ist.

Wein heißt hier Traube. ‚Die Wein, die gelesen werden‘ sind die Trauben am Stock. Die Übersetzung behält das Wort ‚Wein‘, wie man auch heute noch sagt, der Wein werde gelesen.

Haltbar und gut. ‚Wehrhafftig‘ gehört zu ‚währen‘ und meint einen Wein, der sich lagern lässt. Das ist der Preis der frühen Lese, den die Regel benennt.

Woran man das Mittel erkennt. Hier gar nicht: Die Stelle gibt kein Kriterium, keinen Monat und keine Probe. Heute bestimmt man die Lesereife über Mostgewicht und Säure; das steht nicht im Text und dient nur der Einordnung. Rumpolts eigene Erkennungszeichen folgen im nächsten Abschnitt.

Praxis. Nachmachen lässt sich nichts. Die Regel ist eine Wertung, keine Anleitung, und gehört als Einleitung vor die folgenden Abschnitte zur Lese.

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