Ryff: Confect oder Latwergen büchlin (Walther Hermann Ryff, Der Erste Theyl der kleynen Teütschen Apoteck, Confect oder Latwergen büchlins (Straßburg: Samuel Emmel 1562), Auswahl aus Teil I–III und V samt Konfekt-Anhang, Bl. 4r–90r)
Mangold in Essig eingemacht
Moderne Übersetzung
Unseren gewöhnlichen Mangold pflegen wir auch einzumachen, und zwar so: Er wird mitsamt Kraut und Wurzeln gesotten, bis er mürbe wird, dann lässt man ihn erkalten und gießt Essig darüber. Das macht auch Lust zum Essen, ist aber nicht so angenehm und gut wie die genannten roten Rüben des Mangolds.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| gemeynen Mangolt | Mangold mit Kraut und Wurzeln | - | - | - |
| Eſſig | Essig | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Was ist das? Gesottener Mangold, sauer eingemacht: Die ganze Pflanze wird weich gekocht, kalt gestellt und mit Essig übergossen. Ryff hängt diese schlichte Hausform an die Leipziger rote Mangoldwurzel an, die mit Meerrettich, Wacholder, Koriander und Salz in Fässlein kommt.
Kraut und Wurzeln. „Kraut“ ist hier das Blattwerk, so wie Ryff im selben Kapitel vom „kraut“ der Rüben spricht. Gesotten wird also der Mangold mitsamt Blättern und Wurzeln, nicht ein Bund Suppenkräuter dazu. Das Rheinfränkische Kochbuch (um 1445) macht seinen schnellen Mangold-Kappes ebenso aus Mangold „mit den worczelen“, gesotten, erkaltet und mit Essig angemacht.
Erst kalt, dann Essig. Das Zeichen für das Ende des Siedens ist „mürb“. Ryff lässt den Mangold erkalten, bevor der Essig darüberkommt. Wie viel Essig, ob gesalzen wird und in welchem Gefäß das Eingemachte steht, sagt er nicht.
Praxis. Mangold mit Blättern und Wurzeln im Kessel sieden, bis er mürbe ist, herausnehmen und erkalten lassen, in ein Gefäß legen und Essig darübergießen. Heutige Vorsicht, keine Angabe Ryffs: ein sauberes, verschließbares Gefäß, den Mangold ganz mit Essig bedeckt halten und kühl stellen.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/ryf-032/
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