Das Kochbuch der Sabina Welserin (Das kochbúch der sabina welserin)
Selbstlösendes Ei-Milch-Mus
Moderne Übersetzung
Schlage Eier und Milch miteinander und gib eine geriebene Semmel dazu, bis ein dünnes Teiglein entsteht. Lass die Masse sieden und vollende sie zuletzt mit Zucker, so ist sie fertig.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| air | Eier | - | - | - |
| milch | Milch | - | - | - |
| ein geribne semel | geriebene Semmel | - | - | Altbackenes Weißbrot fein reiben oder fertige Semmelbrösel verwenden |
| zucker | Zucker | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Der Text nennt es "Mus", aber der beschriebene Vorgang passt eher zu einem dicken, festen Pfannkuchen als zu einer löffelbaren Masse: Ei und Milch werden mit Semmel zu einem "dünnen Teiglein" verrührt, in der Pfanne gegart und lösen sich zuletzt "von jm selbert" - von selbst - aus der Pfanne. Das ist genau der Moment, in dem man einen Pfannkuchen wendet oder herausgleiten lässt, kein Moment, den man bei einer Mus-Konsistenz beschreiben würde. Näher am tatsächlichen Vorgang ist also ein flourloses, mit Semmel statt Mehl gebundenes Pfannengericht - ein dicker, eierkuchenartiger Fladen. Von den bread-and-egg-Süßspeisen der Zeit bleibt am ehesten der Semmelschmarrn verwandt, der ebenfalls in der Pfanne gegart wird (Ofenschlupfer dagegen ist ein Ofengericht und passt schlechter). Diese Einordnung ist eine Lesart aus dem beschriebenen Vorgang, kein durch ein Zwillingsrezept gestützter Befund - für saw-047 ist bislang keine Parallele im Korpus bekannt.
Wie kräftig die Masse beim Sieden erhitzt werden soll, sagt der Text nicht. „sieden“ bezeichnet wörtlich ein Kochen bzw. Aufwallen, doch eine reine Ei-Milch-Masse würde bei starkem Wallen eher ausflocken als binden. Vermutlich stabilisiert die eingerührte Semmel die Masse ausreichend, das lässt der Text aber offen - Hitzegrad und Rührverhalten blieben der Erfahrung der Köchin überlassen.
Praxis. Eier und Milch verquirlen, geriebene, am besten altbackene Semmel einrühren, bis eine dünnflüssige, gerade noch fließfähige Masse entsteht. Bei mäßiger Hitze in der Pfanne unter gelegentlichem Rühren stocken lassen, bis sie fest ist und sich von selbst von der Pfanne löst - das schont die eihaltige Masse vor dem Ausflocken. Zuletzt mit Zucker vollenden. Mengen und Garzeit richten sich nach Augenmaß, der Text nennt keine Mengenangaben.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/saw-047/
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