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Das Kochbuch der Sabina Welserin (Das kochbúch der sabina welserin)

Augsburg, 1553 · Frühneuhochdeutsch (ostschwäbisch/augsburgisch, Mitte 16. Jh.)

Struben-Teig für einen Tisch

Moderne Übersetzung

Nimm sechs Eier und ein wenig Milch mit Wasser und Salz. Schlage alles gut miteinander. Gib das Mehl dazu und rühre den Teig nicht zu dick an, dann ist er richtig.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
6 air Eier 6 - -
ain wenig milch Milch - - -
wasser Wasser - Leitung -
saltz Salz - - -
mel Mehl - - -
Butterschmalz zum Ausbacken - - Pflanzenöl

Zubereitungshinweis

Welches Gericht ist das? Streiblen sind Struben - ein dünnflüssiger Ei-Milch-Wasser-Mehl-Teig, der in heißem Fett ausgebacken wird. Das Wort ist im Kochbuch der Sabina Welserin selbst mehrfach belegt (u. a. saw-086 „streiblach“/„streiblentrachterlin“, saw-144 „streiblentaig“, saw-161 „Weisse streiblen“), kein vereinzeltes Wort. Strauben/Struben leben bis heute fort als bayerisch-österreichische Kirchweih-Strauben und schwäbische Struwen, entfernt verwandt mit dem amerikanischen Funnel Cake.

Die Lücke im Text. Die Rezeptzeile selbst bricht nach der Beschreibung des Teigs ab („machs nit dick, so jst es recht“) - sie sagt nichts über Fett, Pfanne, Garzeit oder Farbe. Verwandte Struben-Rezepte in anderen Küchenbüchern (etwa der herzhaft gewürzte Petersilien-Struben in der Kölner Küchenmeisterei-Abschrift: „mache einen guten struben teiglin ... zcedde in die phann nit zcu dicke“) zeigen, dass ein solcher Teig in einer Pfanne mit heißem Fett ausgebacken wurde - das eigentliche Ausbacken setzt der Text hier aber als bekannt voraus, statt es zu beschreiben.

Praxis. Eier, Milch, Wasser und Salz gut verschlagen, das Mehl unterrühren, bis ein dünnflüssiger, gießfähiger Teig entsteht - er soll nicht andicken. In heißem Fett ausbacken, wie es für Struben üblich ist; Portionsgröße, Fettmenge und genauer Garpunkt sind aus dem Originaltext nicht überliefert und bleiben der eigenen Erfahrung überlassen.

fyndling.de/rezepte/saw-141/