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Böhmisches Kochbuch - Kuchařství o rozličných krměch (Kuchařství o rozličných krměch, kterak se užitečně s chutí strojiti mají)

Prag, Böhmen, 1535 · Frühneuzeitliches Tschechisch

Gebratener Hecht mit Safransauce

Moderne Übersetzung

Brate den Hecht nach der üblichen Art. Nimm süße Sahne und rühre ein oder zwei Eigelb hinein. Vermische alles gut und würze mit Pfeffer, Muskat und Safran. Koche diese Sauce auf, rühre dabei stetig, damit sie nicht gerinnt, und gieße sie über den Hecht.

Zutaten

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
štiku Hecht Fischhändler, gut sortierter Supermarkt -
sladké smetany süße Sahne - -
žlútek neb dva vaječná (žloutky) 1-2 Eigelb - -
pepřem Pfeffer - -
muškatem Muskatnuss - -
šafránem Safran gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel -

Zubereitungshinweis

Welches Gericht ist das? Gebratener Hecht unter einer hellgelben, mit Eigelb gebundenen Sahnesauce - ein früher Verwandter der mit Dotter legierten Saucen-Familie (Sauce hollandaise, Sabayon, das klassische „Aufschlagen am Wasserbad"). Der Witz liegt nicht im Braten des Fischs (das setzt das Rezept als bekannt voraus), sondern in der heiklen Sauce: Sahne und Eigelb müssen heiß werden, ohne dass das Ei zu Rührei stockt.

Prvním obyčejem („nach der üblichen Art") ist die typische Kurzanweisung gedruckter Kochbücher an den geübten Koch: den Hecht ganz oder in Stücken in der Pfanne oder am Rost goldbraun braten, mehr verrät die Quelle bewusst nicht.

Jichu meint hier die Sauce - eine gebundene jícha (Brühe/Tunke), die heiß über den fertigen Fisch gegossen wird, nicht mitgegart. Aby se nesrazila - „damit sie nicht gerinnt" - ist die ganze Kunst: Eigelb gerinnt ab etwa 65-70 °C, deshalb darf die Sauce nur ziehen, nie sprudelnd kochen.

Praxis. Hecht (oder ersatzweise Zander/Karpfen) in Butter oder Schmalz goldbraun braten und warm stellen. Für die Sauce 150-200 ml Sahne mit 1-2 Eigelb verquirlen, mit Pfeffer, frisch geriebener Muskatnuss und einer Prise Safran würzen (der Safran gibt das warme Gelb). Die Mischung in einem Topf bei milder Hitze - am Feuer am Rand der Glut, daheim auf kleinster Stufe oder im Wasserbad - unter ständigem Rühren erwärmen, bis sie sämig bindet (nicht über ein leises Köcheln hinaus). Sofort über den gebratenen Fisch gießen. Stockt das Ei doch, hilft ein Schuss kalter Sahne und kräftiges Rühren vom Herd genommen.

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