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Solothurner Küchenmeisterei (Solothurn, Zentralbibliothek, Cod. S 490)

Oberdeutscher/alemannischer Sprachraum (Entstehungsort unbekannt, Schönherr vermutet Freiburg im Üechtland ohne Beleg); Handschrift heute Zentralbibliothek Solothurn, um 1487 · Frühneuhochdeutsch (alemannisch, vermutlich elsässisch, spätestens um 1487)

Grüne Speisefarbe aus Petersilie

Moderne Übersetzung

Wer aber die grüne Farbe haben will, stoße Petersilie für alle Speisen, ganz so wie es zuvor erklärt wurde.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
peterling Petersilie - - -

Zubereitungshinweis

Welches Gericht ist das? Kein eigenständiges Gericht, sondern ein kurzer Zusatz-Vermerk zu einer Reihe von Farbanleitungen: zerstoßene Petersilie wird unter eine bereits vorbereitete Speise gemischt, um sie grün zu färben. Die Technik entspricht dem, was heute Petersilien- oder Spinatpüree als natürliches Grün für Teig oder Sauce leistet (vgl. pasta verde) - eine bis heute gebräuchliche Praxis, kein kulinarisches Kuriosum.

Praxis. Petersilienblätter im Mörser zerstoßen, bis der grüne Saft austritt, und direkt unter die zu färbende Speise arbeiten. Kein Kochvorgang, keine Hitze und keine Garzeit nötig - die Wirkung ist rein farbgebend, nicht geschmacksgebend im Vordergrund. Ein Mörser oder ein scharfes Messer zum Feinhacken genügt.

fyndling.de/rezepte/so1-006/