Das Kochbuch des Balthasar Staindl (Ein künstlichs vnd nutzlichs Kochbuch, vormahlens nie so leicht Mann vnd Frawen personen von jnen selbst zülernen ...)
Geräucherter Huchen, Forelle und Saibling
Moderne Übersetzung
Huchen räuchere ebenfalls auf diese Weise.
Zerstücke ihn wie oben beschrieben, aber schuppe ihn nicht.
Forellen und Saiblinge sind ebenfalls gut geräuchert.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Huͦchen | Huchen | - | gut sortierter Fischhandel, Online-Fischversand | Große Lachsforelle |
| Forhen | Forelle | - | Supermarkt, Fischhändler | - |
| Salmbling | Saibling | - | Fischhändler, Aquakultur/Fischzucht | - |
| (erschlossen) | saltz | - | - | - |
| (erschlossen) | Spagen | - | - | - |
| (erschlossen) | Rauch | - | Baumarkt, Fachhandel für Grillzubehör | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Ein Konservierungsrezept: Huchen (Donaulachs), Forelle und Saibling werden nach derselben Technik geräuchert wie im vorhergehenden Karpfen-Rezept - gesalzen, an Bindfaden aufgehängt und im Rauch getrocknet. Die lebendige Verwandtschaft ist die klassische Räucherforelle bzw. der Räuchersaibling, wie sie bis heute vor allem in alpinen Fischzuchten und Räuchereien hergestellt werden. Der Huchen selbst steht heute weitgehend unter Schutz bzw. wird kaum noch befischt; das Rezept braucht dafür keine Wildfang-Empfehlung, die Zutatenliste bietet mit der großen Lachsforelle bereits eine sinnvolle Alternative.
Warum nicht schuppen? Anders als beim Karpfen wird hier ausdrücklich verlangt, die Schuppen nicht zu entfernen. Der Text nennt keinen Grund dafür - naheliegend ist, dass die feineren, fester haftenden Schuppen von Huchen, Forelle und Saibling Haut und Fleisch während des längeren Hänge- und Räuchervorgangs schützen, während sie beim gröber beschuppten Karpfen eher hinderlich sind. Das bleibt eine Vermutung, keine Aussage des Textes selbst.
Praxis. Fische ausnehmen und säubern (im Druck nicht erwähnt, nach heutiger Praxis aber Standard), zerstückeln, kräftig salzen, an Bindfaden aufhängen und im Rauch von Räucherholz trocknen - bei Forelle und Saibling ohne vorheriges Entschuppen. Für einen sicheren Nachkoch entweder heißräuchern bis zur sicheren Kerntemperatur oder über mehrere Stunden kalträuchern und die Fertigkeit an Textur und Farbe prüfen.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/std-137/
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