Das Kochbuch des Balthasar Staindl (Ein künstlichs vnd nutzlichs Kochbuch, vormahlens nie so leicht Mann vnd Frawen personen von jnen selbst zülernen ...)
Eingemachte Schlehen (wie Zibeben in Zucker)
Moderne Übersetzung
Schlehen macht man ebenso ein: wie Zibeben und anderes macht man sie auch mit Zucker ein.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Schlehen | Schlehen | - | Wildsammlung im Spätherbst, Wochenmarkt | - |
| zucker | Zucker | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Schlehen (Prunus spinosa) werden nach demselben Muster wie die anderen Trockenfrucht-Einträge dieses Kapitels (Hagenbutzen, Birnen, Quitten/Weichseln/Mispeln) in Zucker haltbar gemacht - eine Kurzform, die auf die dort bereits ausführlich beschriebene Zuckerkonservierung verweist, statt sie zu wiederholen. Heute am ehesten vergleichbar mit kandierten Trockenfrüchten oder Fruchtkonfekt in Zuckersirup, nicht mit Gelee oder Marmelade - der Text beschreibt kein Einkochen zu Mus. Roh sind Schlehen stark herb und adstringierend; das Einlegen in Zucker macht sie erst genießbar und lagerfähig.
Der Druck nennt weder ein Zucker-Wasser-Verhältnis noch eine Kochzeit für den Sirup - auch das ausführlichere Nachbarrezept zu Quitten, Weichseln und Mispeln begnügt sich mit geläutertem Zucker, ohne eine Konzentration zu beziffern. Ebenso offen bleibt das Lagergefäß: das Nachbarrezept spricht ausdrücklich von einem glasierten Tongefäß, nicht von Glas.
Praxis. Gleiche Teile Zucker und Wasser kurz klar aufkochen, heiß über die von Kraut und Stiel befreiten Schlehen gießen und in einem sauberen, verschließbaren Stein- oder Glasgefäß kühl und dunkel lagern - dabei nicht luftdicht verschließen, sondern gelegentlich prüfen: zeigt der Sirup Anzeichen von Gärung oder Säuerung, absieben und neu aufkochen.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/std-242/
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