Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 2897
Erbsenmus mit Senffüllung
Moderne Übersetzung
Nimm Erbsen und reibe sie gründlich. Bereite daraus ein Mus, wie du willst, warm oder kalt. Gieße es auf eine Schüssel. Wenn es fest geworden ist, schneide es in der Mitte zweimal ein und nimm das Innere heraus. Gieße dann Senf hinein.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| arbais | Erbsen | - | - | - |
| senif | Senf | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Was der Text sicher beschreibt. Aus Erbsen wird ein Mus bereitet, das warm oder kalt auf einer Schüssel stehen darf. Sobald es fest geworden ist, wird es zweimal mittig eingeschnitten; ein Teil aus der Mitte wird herausgenommen und Senf hineingegeben. Die Berliner Parallelhandschrift b4-069 bestätigt diesen Ablauf fast wortgleich. Sie ergänzt keine fehlenden Mengen, Garzeiten oder Geräte.
Offene Arbeitsschritte. Die Quelle sagt nicht, ob frische oder getrocknete Erbsen verwendet werden, wie das Mus hergestellt wird, wodurch es fest wird oder welche Senfzubereitung in die Mitte kommt. Auch die Richtung der zwei Schnitte bleibt offen: Sie können sich kreuzen oder parallel gesetzt sein. Deshalb lässt sich aus dem Text weder eine bestimmte Kochmethode noch ein Mengen- oder Zeitverhältnis ableiten.
Heutige Erprobung. Für eine praktische Annäherung kann man ein bereits zubereitetes, ausreichend festes Erbsenmus auf einer Schüssel ausstreichen, es stehen lassen und dann die Mitte mit zwei Schnitten öffnen. Nach dem Herausnehmen eines kleinen Teils lässt sich dort eine flüssige oder streichfähige Senfzubereitung anrichten. Das ist eine heutige Umsetzung der belegten Anrichtefolge, keine Aussage darüber, wie die Handschrift das Mus zuvor herstellte.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/w1-072/
fyndling.de/rezepte/w1-072/