Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 2897
Brot-Kondiment zum Anrühren
Moderne Übersetzung
Ein Würzmittel oder ein Mus:
Dörre weißes Brot und reibe es durch ein Sieb. Bewahre es in einem ledernen Beutel auf, damit es nicht nass wird.
Wenn du es dann essen willst, so lege es in Wein und gib Schmalz, Eier und Pfeffer dazu, oder was du sonst Dickes haben willst.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| weisz prot | Weißbrot | - | - | - |
| wein | Wein | - | - | - |
| smalcz | Schmalz | - | - | Butter oder Pflanzenöl |
| ayr | Eier | - | - | - |
| pheffer | Pfeffer | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Was überliefert ist. Das Rezept legt zunächst einen trockenen Vorrat an: Weißbrot wird gedörrt, durch ein Sieb gerieben und im Lederbeutel vor Nässe bewahrt. Erst beim Essen soll diese Brotbasis in Wein gelegt und mit Schmalz, Eiern und Pfeffer ergänzt werden. Damit beschreibt der Text eine Grundlage für ein Kondiment oder Mus, keine vollständig ausgeführte Speise mit Mengen, Garzeit oder Temperatur.
Offene Stelle. Die Schlussformel dikchs lässt sich nicht zu einer bestimmten Zutat ausbauen. Sie kann „etwas Dickes“ oder eine Angabe zur gewünschten Konsistenz meinen; beide Parallelfassungen nennen jedoch weder einen Stoff noch ein Verfahren. Deshalb gehört keine konkrete Ergänzung in Zutatenliste oder Nachkoch-Anweisung.
Heutige Praxis. Die überlieferte Vorratsidee ist die trockene Brotbasis. Für das Anrühren bleiben Verhältnis, Umgang mit den Eiern und eine mögliche Erwärmung außerhalb des Quellenwortlauts; das Rezept liefert dafür keine historische Anweisung.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/w1-100/
fyndling.de/rezepte/w1-100/