Ein köstlich new Kochbuch (Ein Köstlich new Kochbuch Von allerhand Speisen/ an Gemüsen/ Obs/ Fleisch/ Geflügel/ Wildpret/ Fischen vnd Gebachens. Nicht allein vor Gesunde: sondern auch vnd fürnemlich vor Krancke ... auch Schwangere Weiber/ Kindbetterinnen/ vnd alte schwache Leut)
Frösche für Lungenkranke
Moderne Übersetzung
Es gibt etliche Frösche, die man isst. Ich habe sie wohl gekocht, aber nie lebend so genau gesehen; ich weiß nur, dass sie in Weihern gefunden werden. Mich dünkt, sie sind von etwas grünerer Farbe und auch etwas größer als Laubfrösche. Die großen schwarzen sind giftig.
Nun schneidet man sie auseinander wie einen Hasen, das Hinterteil vom Vorderteil, zieht ihnen die Haut ab und wirft sie eine Weile in frisches Wasser. Danach trocknet man sie mit einem weißen Tuch, dann besprengt man sie mit gutem Essig und Salz, mehlt sie wie andere Fische und backt sie.
So siedet man sie in Wein, mit ein wenig Wasser verdünnt. Wenn sie gar sind, soll man die Brühe davon abgießen, sie in eine Schüssel oder Platte legen, gut Pfeffer und süße Butter daran geben und sie darin auf einem Kohlbecken zugedeckt kochen lassen, bis das Schmalz klar wird. Sie werden so weiß wie die Hühner.
Wer aber Scheu davor hat, muss das Fleisch von den Knochen schneiden, nachdem sie gesotten sind, und es dann in einer Platte oder einem kleinen Pastetentopf bereiten wie die Krebse. Man kocht sie auch in einer Nelkenbrühe wie schwarze Karpfen.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Froͤſch | Frösche | - | Tiefgekühlte Froschschenkel aus Zucht, etwa im Asialaden oder Feinkosthandel. | - |
| friſch Waſſer | Wasser | - | - | - |
| gutem Eſſig vnnd Saltz | Guter Essig und Salz | - | - | - |
| (erschlossen) | Mehl | - | - | - |
| Wein | Wein | - | - | - |
| wol Pfeffer | Gut Pfeffer | - | - | - |
| ſuͤſſe Butter | Süße Butter | - | - | - |
| Naͤgeleinbruͤh | Nelken (optional) | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Praxis. Froschschenkel kurz wässern, trocken tupfen, mit Essig und Salz besprengen, mehlen und in Fett ausbacken; das Fett nennt der Text nicht, heute nimmt man etwa Butterschmalz. Danach in Wein mit etwas Wasser garen, die Brühe abgießen, die Schenkel mit reichlich Pfeffer und Butter in eine feuerfeste Schüssel geben und zugedeckt über schwacher Glut kochen lassen, bis die Butter klar ist. Mengen und Zeiten nennt der Text nicht.
Backen und sieden? Der Text reiht die Schritte nacheinander, das „Alſo“ vor dem Sieden kann aber auch einen zweiten Weg einleiten. Wer die Schenkel nur siedet und dann in Butter gart, bekommt das weiße Fleisch, das Wecker beschreibt.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/wec-468/
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