Ein köstlich new Kochbuch (Ein Köstlich new Kochbuch Von allerhand Speisen/ an Gemüsen/ Obs/ Fleisch/ Geflügel/ Wildpret/ Fischen vnd Gebachens. Nicht allein vor Gesunde: sondern auch vnd fürnemlich vor Krancke ... auch Schwangere Weiber/ Kindbetterinnen/ vnd alte schwache Leut)
Krebspastete mit Brühe
Moderne Übersetzung
Siede abermals die Krebse. Schäle die Scheren und die Wedel oder Schwänze aus, sonst taugt es nicht. Die Krebse sollen in halb Wein, halb Wasser kurz aufgewallt sein.
Bereite einen Pastetentopf, groß oder klein, nach deinem Gefallen. Gib die Krebse hinein, klein geschnittene Petersilie, wenn du willst, pfeffere es gut, salze es recht und gib Butterschmalz in angemessener Menge dazu. Und sobald der Pastetentopf fest geworden ist, mach ein Löchlein, wie du weißt, und gieß von der Brühe hinein, in der sie gesotten sind. Denn sie darf nicht lange backen, eine Viertelstunde, danach ist es genug. Wenn sie dann geöffnet wird, sollen Schmalz und Brühe gleich viel sein.
So kann man es auch in kleinen irdenen Pastetentöpfen bereiten, aus übrig gebliebenen oder aus frischen Krebsen.
Wenn einem etwa Krebse schwach werden und man sie nicht braucht, kann man sie sieden. Dann sind sie gut so zuzubereiten: Man lässt sie etwa in einer Schüssel oder auf einer Platte auf der Glutpfanne kochen, allein oder mit wenig Brühe, dazu in jedem Fall gut Pfeffer.
Von all diesen Zubereitungen darf ein Kranker wohl essen, doch nicht zu viel, denn Krebse sind nicht verdaulich. Deshalb gibt man Pfeffer und Essig dazu.
Und so kann man Hechte im Pastetentopf bereiten oder in jeder Weise, wie oben steht.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Krebs | Flusskrebse | - | Fischhändler, Wochenmarkt | - |
| halb Wein vnd Waſſer | Wein und Wasser, je zur Hälfte | - | - | - |
| Paſtetenhafen | Pastetenteig für den Pastetentopf | - | - | - |
| klein geſchnitten Peterlein | Petersilie, klein geschnitten, nach Belieben | - | - | - |
| pfeffers wol | Pfeffer, gut | - | - | - |
| ſaltzes recht | Salz | - | - | - |
| ſuͤſſe ſchmaltz ziemlich genug | Butterschmalz, in angemessener Menge | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Praxis. Krebse in halb Wein, halb Wasser kurz aufwallen lassen, Scheren und Schwänze auslösen, den Sud aufheben. Einen Teig nennt Wecker nicht; eine aufgezogene Schale aus festem Pastetenteig genügt, groß oder klein nach Belieben. Krebsfleisch, nach Wunsch Petersilie, Pfeffer, Salz und Butterschmalz einfüllen und backen. Sobald der Teig fest ist, ein kleines Loch machen und vom Sud nachgießen. Insgesamt nur eine Viertelstunde backen, die Füllung ist schon gar. Eine Hitze nennt der Text nicht, heute etwa 180 bis 200 °C.
Das Löchlein. Wo es sitzt, setzt Wecker als bekannt voraus („wie du weiſt“), einen Deckel nennt sie nicht. Maßstab ist nur das Ergebnis: Beim Öffnen sollen Schmalz und Brühe gleich viel sein.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/wec-474/
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