Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz –, Handschriftenabteilung; Ms. germ. qu. 1187
Eier am Spieß, schwarz und gelb
Moderne Übersetzung
Nimm ganze Eier und stecke sie auf einen Spieß. Mache sie schwarz und gelb und vergiss den Zucker nicht.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| gancze ayr | Ganze Eier | - | - | - |
| zukchers | Zucker | - | - | - |
| gell | Safran | - | gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Ganze Eier am Spieß, in Schwarz und Gelb abgesetzt und mit Zucker bestreut - eine kleine Schauspeise für den Festtisch. Der nahezu wortgleiche W1-Paralleltext wählt zwischen Schwarz oder Gelb; b4-049 verlangt beide Farben.
Garzustand. b4-049 nennt für „gancze ayr“ keinen Garzustand. Der nahe Paralleltext mha-010 ergänzt ausdrücklich, die Eier sollen hart sein. Für eine heutige Umsetzung bietet es sich daher an, Eier hart zu kochen, zu schälen und erst dann auf einen Spieß zu reihen; das ist eine durch den Paralleltext gestützte Umsetzung, keine wörtliche Ergänzung von B4.
Farbe und Zucker. Gelb ist durch die CoReMA-Glosse als Safran belegt. Womit „schwarz“ erzeugt wurde, sagen B4, W1 und mha-010 nicht; die Stelle bleibt offen. Historisch möglich, aber für diese Stelle nicht bewiesen, sind zwei Lesarten: Die Eier könnten goldgelb beziehungsweise dunkel bis braun-schwarz gebraten worden sein; oder sie könnten durch einen gelb beziehungsweise dunkel gefärbten Tauch- oder Überzugsteig geführt worden sein. Zum Schluss mit Zucker bestreuen, wie der Text verlangt.
Praxis. Hart gekochte, geschälte Eier vorsichtig auf einen Spieß reihen. Für Gelb Safran in wenig warmer Flüssigkeit lösen und die Eier damit bestreichen. Die dunkle Fassung bleibt wegen der offenen Quellenstelle ohne nachgestelltes Verfahren. Als kleine Schau-Beilage mit Zucker anrichten.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/b4-049/
fyndling.de/rezepte/b4-049/