Das Buch von guter Speise (Daz buoch von guoter spîse)
Gefüllte Fasten-Krapfen mit Rosinen-Apfel-Füllung
Moderne Übersetzung
Wenn Ihr einen Fasten-Krapfen zubereiten möchtet, so nehmt welsche (importierte) Weinbeeren und ebenso viele Äpfel dazu. Stoßt sie fein und würzt sie. Füllt diese Mischung in die Krapfen und lasst sie backen. Das ist auch eine gute Füllung - und versalzt sie nicht.
Zutaten
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| welsche winber | 200 g Rosinen (welsche/importierte Weinbeeren) | Supermarkt, Wochenmarkt | - |
| als vil epfele dorunder | 200 g Äpfel (geschält, entkernt) | Supermarkt, Wochenmarkt | - |
| wuertze dor zvo | 1 TL Gewürzmischung (z.B. Zimt, Ingwer, Nelkenpulver, Muskat) | - | - |
| vnd versaltz niht | 1 Prise Salz | - | - |
| Krapfen | 500 g Krapfen-Teig (Hefeteig ohne tierische Produkte) | Zutaten für Hefeteig: Supermarkt | - |
| 500 ml Pflanzenöl zum Frittieren | Supermarkt | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Eine Fasten-Krapfen-Füllung aus fein gestoßenen welschen (importierten) Weinbeeren und Äpfeln, gewürzt und ungesalzen. Das Rezept steht in einer kleinen Serie von Fastenkrapfen-Füllungen desselben Buchs (Hechtdärme, gewürfelte Nüsse, nun Weinbeeren) und reiht sich in ein weitverbreitetes Muster der mittelalterlichen Küche ein: Frucht-Nuss- bzw. Frucht-Rosinen-Füllungen in frittiertem Teig. Bis heute lebt diese Kombination in der Apfelstrudel-Füllung (Äpfel mit Rosinen und Zimt) und in gefüllten Krapfen oder Berlinern fort.
Welsche Weinbeeren statt Walnüsse. "Welsche" heißt wörtlich "fremd, welsch, importiert". Im Buch von guter Speise steht es meist vor "nuz" bzw. "nuezze" (Walnuss), hier aber vor "winber" (Weinbeeren, also getrocknete Trauben bzw. Rosinen). Die Füllung besteht demnach aus Rosinen und Äpfeln, nicht aus Walnüssen und Äpfeln.
Backen heißt hier Frittieren. Die Anweisung "lasst es backen" bezieht sich, wie in vergleichbaren Rezepten dieser Zeit, auf das Garen in heißem Fett - "Backen" und "Frittieren in der Pfanne" wurden in der mittelalterlichen Küchensprache nicht scharf getrennt.
Praxis. Rosinen und Äpfel zu gleichen Teilen fein zerkleinern - ein Mörser eignet sich dafür gut, ein Mixer tut es ebenso. Mit einer süßen Gewürzmischung (Zimt, Ingwer, Nelken, etwas Muskat) abschmecken und nur sehr sparsam salzen, wie es der Text ausdrücklich verlangt. Die Mischung in Krapfenteig füllen und in heißem Fett goldbraun ausbacken.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/bgs-060/
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