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Butler: Die weibliche Monarchie (Met, Honig, Wachs) (The Feminine Monarchie: or the Historie of Bees (2. Ausgabe London: John Haviland für Roger Jackson 1623; zuerst Oxford 1609), Kap. 10 „Of the fruit and profit of Bees“)

England (Hampshire; Druck London), 1623 · Englisch um 1620 (London 1623); Charles Butler, Pfarrer und Imker

Rotes Wachs mit Alkanna oder Zinnober

Moderne Übersetzung

Um Wachs rot zu machen, nimm auf etwa 450 g (ein Pfund) Wachs im Sommer etwa 90 g (drei Unzen) klaren Terpentin, im Winter etwa 120 g (vier Unzen). Lass beides über schwachem Feuer zergehen und nimm es gleich darauf vom Feuer, damit es ein wenig abkühlt.

Danach mische die rote Alkannawurzel oder Zinnober darunter, gut zerrieben auf Marmor oder Glas, und süßes Öl, von jedem etwa 30 g (eine Unze). Rühre alles um und mische es gut miteinander.

Fehlt der Zinnober, nimmt man dreimal so viel Mennige, aber die ist nicht so gut.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
one pound of Wax etwa 450 g (1 Pfund) Wachs 450 g Imkerei -
three ounces of cleere Turpentine etwa 90 g (3 Unzen) klarer Terpentin im Sommer, etwa 120 g (4 Unzen) im Winter 90 g - -
the red Root of Anchuſa etwa 30 g (1 Unze) rote Alkannawurzel 30 g Kräuterhandel -
Vermilion, well ground on a Marble or Glaſſe etwa 30 g (1 Unze) Zinnober, auf Marmor oder Glas zerrieben 30 g - -
ſweet Oile etwa 30 g (1 Unze) süßes Öl 30 g - -
three times ſo much red Lead dreimal so viel Mennige 90 g - -

Zubereitungshinweis

Was ist das? Butler färbt hier das gelbe Bienenwachs rot. Er nennt drei Zusätze, Terpentin, ein rotes Färbemittel und Öl, und die Arbeit ist kurz: schmelzen, ein wenig abkühlen lassen, Farbe und Öl einrühren. Wozu das Wachs dient, sagt er nicht; die drei Färbungen weiß, rot und grün leitet er nur mit „for certaine purposes“ ein. Clutius führt 1597 fast dasselbe Rezept als rotes Siegelwachs (clu-036). Das grüne Wachs (but-017) setzt dieses Rezept voraus und tauscht nur den Zinnober gegen Grünspan.

Terpentin. Gemeint ist der klare Harzbalsam der Nadelbäume, nicht das destillierte Terpentinöl. Mit dem Wachs geschmolzen macht er es weicher und zäher; das sagt Butler nicht selbst. Warum er im Winter mehr nimmt, begründet er nicht. Clutius schreibt beim grünen Wachs, das Wachs sei im Winter härter als im Sommer (clu-037).

Abkühlen vor dem Färben. Butler nimmt die Masse gleich vom Feuer, damit sie „ein wenig“ abkühlt, bevor Farbe und Öl hineinkommen. Wie lange, sagt er nicht. Sein einziges Endzeichen ist, dass alles gut vermischt ist. Clutius rührt im selben Rezept beständig, bis die Masse fast kalt ist, damit sie nicht ungleich oder klumpig wird (clu-036).

Farbe und Öl. Das Färbemittel wird auf Marmor oder Glas fein zerrieben, damit es sich ohne Körner im Wachs verteilt. Von der Farbe und vom Öl kommt je etwa 30 g (eine Unze) auf etwa 450 g (ein Pfund) Wachs. Alkanna und Zinnober sind Alternativen, nicht beide zusammen: Das sagt das „or“, und Clutius gibt dieselbe Menge an: Zinnober und Öl „elcx een Once“, von jedem etwa 30 g (eine Unze). Welches Öl „ſweet Oile“ meint, sagt Butler nicht; Clutius nimmt Olivenöl.

Alkanna, Zinnober, Mennige. Die Alkannawurzel ist ein pflanzlicher Rotfarbstoff. Zinnober ist Quecksilbersulfid, Mennige Bleioxid; beide sind giftig, auch als Staub beim Zerreiben. Von der Mennige braucht Butler dreimal so viel und hält sie für schlechter, ohne zu sagen, warum.

Praxis. Die Fassung mit Zinnober oder Mennige ist hier historisch dokumentiert und keine Anleitung zum Nachmachen. Heute nimmt man ungiftige Pigmente; die Alkannawurzel ist Butlers eigene Alternative. Wachs und Terpentin entzünden sich an offener Flamme, und Terpentindämpfe reizen. Heute schmilzt man beides im Wasserbad (modern), nie unbeaufsichtigt und bei guter Lüftung. Heißes Wachs verbrennt die Haut.

fyndling.de/rezepte/but-016/