Grünes Wachs mit Grünspan
The Feminine Monarchie: or the Historie of Bees (2. Ausgabe London: John Haviland für Roger Jackson 1623; zuerst Oxford 1609), Kap. 10 „Of the fruit and profit of Bees“ · England (Hampshire; Druck London) · 1623
Um grünes Wachs zu machen, nimm anstelle von Zinnober die gleiche Menge Grünspan.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Wax | Wachs | - | - | - |
| the like quantitie of Vert-d-greece | die gleiche Menge Grünspan | - | - | - |
Was ist das? Ein Satz, der nur zusammen mit dem roten Wachs davor (but-016) zu lesen ist: Dort schmilzt Butler etwa 450 g (ein Pfund) Wachs mit Terpentin bei sanftem Feuer, lässt es ein wenig abkühlen und rührt Alkannawurzel oder Zinnober, auf Marmor oder Glas gerieben, und süßes Öl ein, von jedem etwa 30 g (eine Unze). Für grünes Wachs tauscht er nur das Farbmittel: Grünspan statt Zinnober. Wofür das grüne Wachs dient, sagt er nicht.
Die gleiche Menge. „the like quantitie“ bezieht sich auf den Zinnober, also etwa 30 g (eine Unze) Grünspan auf etwa 450 g (ein Pfund) Wachs. Dass Terpentin und Öl bleiben, sagt Butler nicht ausdrücklich, es folgt aber aus dem bloßen Tausch des Farbmittels.
Grünspan. Ein grünes Kupferpigment, das als Rost von Messing oder Kupfer gewonnen wurde. Er ist giftig: Staub beim Zerreiben nicht einatmen, nicht verschlucken, nichts davon an Lebensmittel oder Küchengerät bringen.
Praxis. Dieser Eintrag dokumentiert Butlers Wachsfärbung mit dem giftigen Grünspan und ist keine Anleitung zum Nachmachen; heute färbt man Wachs mit ungiftigen Pigmenten. Für den Arbeitsgang des roten Wachses gilt: Wachs und Terpentin entzünden sich an offener Flamme, heißes Wachs verbrennt die Haut.
Wie viel Grünspan gehört ins Wachs?
So viel wie Zinnober im roten Wachs (but-016). Dort nennt Butler etwa 30 g (eine Unze) auf etwa 450 g (ein Pfund) Wachs, dazu Terpentin und etwa 30 g (eine Unze) süßes Öl.
Kann man das grüne Wachs heute so nachmachen?
Nein. Grünspan ist giftig. Der Eintrag ist ein historisches Zeugnis; wer heute Wachs färben will, nimmt ungiftige Pigmente.
Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?
Dieses Rezept stammt aus dem Butler: Die weibliche Monarchie (Met, Honig, Wachs) (1623, England (Hampshire). Aus dem Bienenbuch von Charles Butler das zehnte Kapitel über Nutzen und Ertrag: Most für den Met aus den Waben, einfacher Mede, Methæglen mit Kräutern und Gewürzen, der Methæglen der Königin Elisabeth, gebrannter Methæglen und Essig aus Met, dazu geläuterter Honig, Honig-Quintessenz, Marmelade, Marchpane, Eingemachtes, Rosenkonserve, Rosen- und Veilchensirup und Wachs, gelb, weiß, rot und grün.
- Vert-d-greece
Grünspan, ein grünes Kupferpigment. Ludwig übersetzt 1706 „Verdegreaſe“ mit „grünſpan“, Phillips erklärt 1658 „Verdigrease“ als grünen Stoff aus dem Rost von Messing oder Kupfer. Giftig.
- Vermilion
Zinnober, ein rotes Quecksilberpigment (Ludwig 1706: „der künſtliche zinober“). Butler meint die Menge aus dem roten Wachs (but-016): eine Unze auf ein Pfund Wachs.
Normdaten der Zutaten
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| Wax | wax Q124695 |
Unsere Übersetzungen mittelalterlicher Rezepte können Fehler enthalten. Fällt dir etwas auf? Schreib uns an feedback@fyndling.de - wir korrigieren gerne und sind für jeden Hinweis dankbar.
Stand dieser Fassung: 05.11.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.
