Den zweiten Teil der Waben, der für Hydromel oder Met bestimmt ist, musst du zuerst so gut wie mögli…
The Feminine Monarchie: or the Historie of Bees (2. Ausgabe London: John Haviland für Roger Jackson 1623; zuerst Oxford 1609), Kap. 10 „Of the fruit and profit of Bees“ · 1623 · Englisch um 1620 (London 1623); Charles Butler, Pfarrer und Imker · England (Hampshire; Druck London)
Aus dem Bienenbuch von Charles Butler das zehnte Kapitel über Nutzen und Ertrag: Most für den Met aus den Waben, einfacher Mede, Methæglen mit Kräutern und Gewürzen, der Methæglen der Königin Elisabeth, gebrannter Methæglen und Essig aus Met, dazu geläuterter Honig, Honig-Quintessenz, Marmelade, Marchpane, Eingemachtes, Rosenkonserve, Rosen- und Veilchensirup und Wachs, gelb, weiß, rot und grün.
Charles Butler (gest. 1647) war Pfarrer in Wootton St Lawrence bei Basingstoke in Hampshire, Grammatiker und Imker. 1609 erschien in Oxford sein Bienenbuch The Feminine Monarchie, das als erstes ausführliches Imkerbuch in englischer Sprache gilt. Wir zeigen die zweite, überarbeitete Ausgabe, die John Haviland 1623 in London für den Buchhändler Roger Jackson druckte. Auf dem Titelblatt steht „Written out of Experience“: aus eigener Erfahrung geschrieben.
Eine Königin statt eines Königs. Den Titel erklärt Butler in der Vorrede. Aristoteles sei sich über das Geschlecht der Bienen nicht sicher gewesen und habe ihren Herrscher deshalb „Rex“ genannt, König, und alle nach ihm hätten es nachgesprochen. Butler übersetzt das Wort mit „Queene“, Königin, weil die Männchen im Stock nichts zu sagen hätten: Der Bienenstaat sei ein Reich der Frauen. In derselben Ausgabe beschreibt er das Tüten der jungen Königinnen vor dem Schwärmen als Musik, als „Bees Madrigall“.
Was aus dem Bienenstand kommt. Das zehnte und letzte Kapitel handelt „Of the fruit and profit of Bees“, vom Ertrag der Bienen. Butler bricht die geernteten Waben noch warm in drei Teile: reinen Honig mit Wachs, Honig und Wachs mit Bienenbrot und trockenes Wachs ohne Honig. Aus dem ersten Teil läuft der Honig. Den zweiten befreit er vom Bienenbrot und wäscht ihn zu Met aus, der dritte gibt mit allen Resten das Wachs. Aus Honig macht er Mede, den einfachen Met, und Methæglen, den stärkeren mit Kräutern und Gewürzen, dazu Essig aus Met, der sauer geworden ist, und Methæglen, der mit Eigelb erhitzt und beim Umgießen angezündet wird. Er klärt Honig, destilliert daraus eine Quintessenz und kocht Quittenmarmelade, Marzipan, eingemachte Früchte, Rosen- und Veilchenkonserve und Sirup. Wer lieber Zucker nimmt, soll so viel nehmen wie Honig, denn auch Zucker habe mit seiner Süße die Kraft zu bewahren, „as being a kinde of Honie“. Zum Schluss lässt er das Wachs aus, bleicht es weiß und färbt es rot und grün.
Der Methæglen der Königin. Ein Rezept hebt Butler eigens hervor: den Methæglen, den „our renowmed Queene of happie memorie“ so gern mochte, dass sie jedes Jahr ein Fass davon haben wollte. Gemeint ist Elisabeth I. Der Sud aus Weinrosenblättern, Thymian, Rosmarin und Lorbeer wird mit Honig verrührt, gekocht und in einem Bottich vergoren, in dem eben noch Ale oder Bier gegoren hat.
Aus dem zehnten Kapitel nehmen wir die achtzehn Abschnitte über Met, Honig, Konfekt und Wachs. Die Wachssalben, Pflaster und das Wachsöl lassen wir weg. Die Nummern folgen dem Druck mit einer Ausnahme: der Rosensirup (but-018) steht im Buch direkt hinter der Rosenkonserve (but-012) und hat seine Nummer erst nachträglich bekommen. Die Titel der Einträge sind unsere, Butlers Stichworte am Rand nennt die Rezeptseite neben dem Seitenbild.
Wo Butler keine Portionen und keine Arbeitszeit nennt, nennen wir auch keine. Bei Mede und Methæglen gibt er das Verhältnis von Honig zu Wasser an; daraus rechnen wir für Metmacher die Startdichte (OG) als Modell, gekennzeichnet und mit allen Annahmen.
Den Druck haben wir selbst mit Texterkennung gelesen und jeden Eintrag Wort für Wort am Seitenbild korrigiert. Die Schreibung bleibt die des Drucks, mit langem ſ und u/v, i/j wie gesetzt. Butlers Fußnoten stehen am Ende des Eintrags, seine kursiven Quellenangaben (Sylvius, Fernel, Dioskurides) an ihrer Stelle im Text.
Butler verweist ständig auf andere Absätze. Die Vorrede erklärt sein System: „V.“ heißt vide, siehe, „C.“ mit Zahl das Kapitel, „N.“ mit Zahl die Randnummer. In der Übersetzung steht dafür „(siehe Abs. 7)“ oder „(siehe Kap. 8, Abs. 13)“.
Wir übersetzen ins heutige Deutsch. Mengen stehen gerundet in Gramm und Liter, Butlers Maß in Klammern dahinter: „etwa 15 g (eine halbe Unze)“, „etwa 65 l (sechzehn Gallonen)“. Eine Gallone rechnen wir mit etwa 4 l, eine Unze mit etwa 30 g. Verhältnisse wie „sechs zu eins“ bleiben, wie er sie schreibt. Butlers „Must“ oder „Woort“ ist der Most, das Honigwasser vor der Gärung; „Mede“ und „Methæglen“ bleiben seine Wörter. „Sandarach“ ist bei ihm das Bienenbrot, der Pollenvorrat in den Waben, nicht das Harz gleichen Namens. Was er über Magen, Brust und Gemüt sagt, übersetzen wir vollständig, verstehen es aber nicht als Gesundheitsrat. Die Farben für das rote und grüne Wachs, Zinnober, Mennige und Grünspan, sind giftig; wir zeigen sie als Zeugnis, nicht zum Nachmachen.
Werk (1623): gemeinfrei. Seitenbilder: Royal Academy of Music, London, über archive.org - CC BY-NC-ND 4.0. Transkription, Übersetzung und Kommentar: fyndling.de (CC BY-NC-SA 4.0).
- Die Fyndling-Redaktion
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