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Rosen- und Veilchenkonserve mit Honig

The Feminine Monarchie: or the Historie of Bees (2. Ausgabe London: John Haviland für Roger Jackson 1623; zuerst Oxford 1609), Kap. 10 „Of the fruit and profit of Bees“ · England (Hampshire; Druck London) · 1623

DessertNachspeiseLagerkücheLagerküche-tauglichLesartViel InterpretationsspielraumEinfachKorrekturBearbeitungsstand 9/10
BuchButler: Die weibliche Monarchie (Met, Honig, Wachs) (~1623)

Rosenkonserve wird so gemacht: Nimm etwa 30 g (eine Unze) Saft von frischen roten Rosen und etwa 300 g (zehn Unzen) feinen, geklärten Honig und koche das zusammen. Wenn es zu kochen beginnt, gib etwa 120 g (vier Unzen) Blätter frischer roter Rosen hinzu, mit der Schere in kleine Stücke geschnitten, und koche sie, bis der Saft eingekocht ist. Dann fülle die Konserve sogleich in ein irdenes Gefäß. Bewahre sie lange darin auf, denn mit der Zeit wird sie immer besser (Sylvius, Buch 3, de med. simp. mist.).

Auf dieselbe Weise wird Veilchenkonserve gemacht.

Anmerkung zum geklärten Honig: Er soll mit etwa 90 g (drei Unzen) Wasser mäßig abgeschäumt werden (siehe Abs. 7).

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
the juice of freſh Red Roſes etwa 30 g (eine Unze) Saft von frischen roten Rosen 30 g - -
fine Honie * clarified etwa 300 g (zehn Unzen) feiner, geklärter Honig 300 g - -
(erschlossen) etwa 90 g (drei Unzen) Wasser 90 g - -
the leaues of freſh Red Roſes clipt with Sciſſors in little pieces etwa 120 g (vier Unzen) Blätter frischer roter Rosen, mit der Schere in kleine Stücke geschnitten 120 g - -
Violets Veilchen - - -

Was ist das? Ein Rosenhonig mit eingekochten Blütenblättern. Butler nennt ihn Konserve, sein Randtitel gibt den lateinischen Namen Mel rosatum, für die Veilchenfassung Mel violatum. Auf etwa 30 g (eine Unze) Rosensaft kommen etwa 300 g (zehn Unzen) geklärter Honig und etwa 120 g (vier Unzen) Rosenblätter.

Geklärter Honig zuerst. Butler setzt den Honig geklärt voraus und verweist in seiner Anmerkung auf den Absatz über das Klären des Honigs (siehe „Honig klären auf zwei Arten“): für diese Konserve mit etwa 90 g (drei Unzen) Wasser, mäßig abgeschäumt. Was „mäßig“ hier genau heißt, sagt er nicht.

Der Saft. Butler nennt den Rosensaft als fertige Zutat und sagt nicht, wie er gewonnen wird. Die Stenglerin presst für ihren Rosenhonig die Rosen aus („truck die roſen auſs“).

Die Blätter. Mit „leaues“ sind die Blütenblätter gemeint. Dasselbe Rezept steht schon 1579 bei Sebiz, und dort ist vom „Nägelin unten am Blatt“ die Rede, dem Ansatz des Blütenblatts. Butler schneidet die Blätter mit der Schere klein und gibt sie erst hinein, wenn Saft und Honig zu kochen beginnen.

Das Ende. Gekocht wird, bis der Saft verzehrt, also eingekocht ist. Eine Zeit oder ein weiteres Zeichen nennt Butler nicht. Danach kommt die Konserve sofort, also noch heiß, in ein irdenes Gefäß und bleibt lange darin; nach Butler wird sie mit der Zeit immer besser. Wie lange, sagt er nicht.

Veilchen. Die Veilchenkonserve entsteht auf dieselbe Weise. Eigene Mengen nennt Butler dafür nicht.

Praxis. Heutiger Weg: nur Blüten nehmen, die nicht gespritzt sind. Den Honig vorher klären, wie in der Anmerkung mit etwa 90 g (drei Unzen) Wasser, und abschäumen. Für den Saft frische Rosenblätter im Mörser zerstoßen und durch ein Tuch auspressen. Saft und Honig in einem kleinen Topf aufkochen, die mit der Schere klein geschnittenen Blätter zugeben und bei kleiner Hitze kochen, bis keine Flüssigkeit mehr absteht. Honig steigt beim Kochen leicht und brennt an: Der Topf soll groß genug sein, die Hitze klein. Heiß in ein sauberes Steingut- oder Tongefäß füllen.

Ist das etwas für die Lagerküche?

Ja. Es ist eine Konserve aus Blüten und Honig, in einem kleinen Topf am Feuer eingekocht. Voraussetzung ist geklärter Honig. Rosen und Veilchen gibt es frisch nur zur Blütezeit. Wie lange das Kochen dauert, sagt Butler nicht.

Wann ist die Konserve fertig?

Butler kocht, bis der Rosensaft eingekocht ist, und füllt die Konserve dann sofort in ein irdenes Gefäß. Eine Zeit oder ein anderes Zeichen nennt er nicht.

Woher kommt der Rosensaft?

Das sagt Butler nicht, er nennt den Saft als fertige Zutat. Die Stenglerin presst für ihren Rosenhonig frische Rosen aus.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem Butler: Die weibliche Monarchie (Met, Honig, Wachs) (1623, England (Hampshire). Aus dem Bienenbuch von Charles Butler das zehnte Kapitel über Nutzen und Ertrag: Most für den Met aus den Waben, einfacher Mede, Methæglen mit Kräutern und Gewürzen, der Methæglen der Königin Elisabeth, gebrannter Methæglen und Essig aus Met, dazu geläuterter Honig, Honig-Quintessenz, Marmelade, Marchpane, Eingemachtes, Rosenkonserve, Rosen- und Veilchensirup und Wachs, gelb, weiß, rot und grün.

Conſerues. Conſerues of Roſes is thus to be made. Take of the juice of freſh Red Roſes one ounce, of fine Honie * clarified tenne ounces, boile this together: when it beginneth to boile, adde of the leaues of freſh Red Roſes clipt with Sciſſors in little pieces foure ounces, boile them to the conſumption of the juice, and preſently put vp the Conſerues into ſome earthen veſſell. Keepe it long therein: for in time it waxeth better and better. Sylv. l.3. de med. ſimp. miſt. After the ſame manner is made Conſerues of Violets. * Cum vncijs aquæ tribus mediocriter deſpumetur. v.n.7.
Conſerues

Konserve heißt bei Butler: Blüten in Honig eingekocht und auf Vorrat gestellt. Die Randtitel nennen sie Mel rosatum und Mel violatum, Rosen- und Veilchenhonig.

Druck
The Feminine Monarchie: or the Historie of Bees (2. Ausgabe London: John Haviland für Roger Jackson 1623; zuerst Oxford 1609), Kap. 10 „Of the fruit and profit of Bees“
Sprache
Englisch um 1620 (London 1623); Charles Butler, Pfarrer und Imker
Entstehung
England (Hampshire; Druck London), 1623

Normdaten der Zutaten

Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.

(erschlossen)water Q283

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.

LesartHonie * clarified

Gewählte Lesart: Das Sternchen führt im Druck auf eine lateinische Anmerkung am Rand: „Cum vncijs aquæ tribus mediocriter deſpumetur“, darunter „v.n.7.“. Sie ist als Anmerkung übersetzt: Der Honig soll mit etwa 90 g (drei Unzen) Wasser mäßig abgeschäumt werden, siehe Abs. 7 über das Klären des Honigs. Ebenso steht am Absatzende Butlers Quellenangabe „Sylv. l.3. de med. ſimp. miſt.“; sie ist mitübersetzt.

Andere mögliche Lesarten:

  • „v.n.7.“ als eigener Randverweis neben der Anmerkung - Er steht kursiv eine Zeile tiefer. Beide Lesungen führen auf Abs. 7, das Klären des Honigs, und ändern am Text nichts.
  • „mediocriter“ = nur halbwegs, nicht gründlich abgeschäumt - Das Wort heißt „mäßig“. Ob Butler ein maßvolles Abschäumen oder ein weniger gründliches meint, sagt er nicht; „mäßig“ lässt beides offen.

Originalwerk (~1623) gemeinfrei.

Bildquelle
Scan 187, Royal Academy of Music, London, via archive.org (RAM2023-1081), CC BY-NC-ND 4.0 Quelle öffnen
Transkription
Eigene Transkription (Kraken-OCR nach dem Digitalisat der Royal Academy of Music, je Rezept am Scan korrigiert) Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
Permalink
https://w3id.org/fyndling/but-012
LagerkücheLagerküche
Konserve aus Blüten und Honig: ein kleiner Topf an der Glut genügt. Der Honig muss vorher geklärt sein. Frische Rosen und Veilchen gibt es nur zur Blütezeit.
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Stand dieser Fassung: 05.11.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.