Clutius: Von den Bienen (Buch 3: Vom Honig) (Van de Byen, Hare wonderlicke oorspronc, Natuer, Eygenschap, crachtige, ongehoorde ende seltsame wercken ... Gestelt in forme van een Tsamen-sprekinge (Het derde Boec: Vanden Honich))
Rob von Sauerkirschen, Johannisbeeren und Berberitzen
Moderne Übersetzung
Um einen Rob von Sauerkirschen, von Johannisbeeren und von Berberitzen zu machen: Nimm den Saft von Sauerkirschen, frisch ausgepresst und durch ein Sieb gegossen oder durch ein Tuch gerieben, 2 Pfund, dazu geläuterten weißen Honig, ein Pfund. Setze dies zusammen über ein gleichmäßiges Kohlenfeuer und lass es sanft sieden bis zur Dicke von dickem Honig. Das kannst du auf einem zinnernen Teller oder in einer Saucenschale mit einem Löffel prüfen. Danach gieße ihn warm, wie er ist, in die Töpfe, lass ihn erkalten und verbinde sie dicht mit einem Pergament.
Auf diese Weise kann man auch den Rob von Johannisbeeren und Berberitzen machen. Nur muss man die Früchtchen vom Stiel säubern und danach den Saft auspressen und durch ein Sieb oder ein Tuch reiben.
Diesen Rob kann man auch bei Mahlzeiten und in der Arznei gebrauchen. Er ist von Natur sehr kühlend und erfrischt den Mund, wie wir es von den ganzen Früchten gesagt haben.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| het ſap van Amarellen verſch uytgedꝛuckt | Saft von Sauerkirschen, frisch ausgepresst | 2 Pfund | - | Saft von Johannisbeeren oder Berberitzen, beide nennt Clutius selbst |
| geſuyverden witten Honich | geläuterter weißer Honig | 1 Pfund | - | - |
Zubereitungshinweis
Was ist das? Fruchtsaft, mit geläutertem Honig dick eingekocht: zwei Pfund Saft auf ein Pfund Honig. Fruchtstücke bleiben nicht darin, das unterscheidet ihn von den eingemachten ganzen Früchten in clu-010.
Der Saft. Sauerkirschen werden frisch ausgepresst, der Saft durch ein Sieb gegossen oder durch ein Tuch gerieben. Johannisbeeren und Berberitzen kommen zuerst vom Stiel, dann erst wird gepresst. Womit gepresst wird und was mit den Kirschsteinen geschieht, sagt Clutius nicht. Auch der Saft wird in Pfund angegeben.
Der Honig. Er ist vorher geläutert (clu-001) und kommt so zum Saft.
Feuer und Endpunkt. Sanftes Sieden über gleichmäßigem Kohlenfeuer, ruhige Glut ist unsere Deutung. Worin es siedet und wie lange, nennt der Text nicht. Maßstab ist allein die Dicke von dickem Honig. Geprüft wird auf einem Zinnteller oder in einer Saucenschale mit einem Löffel, die Handgriffe dazu fehlen.
Abfüllen. Warm in die Töpfe, damit er noch läuft, erkalten lassen und erst dann mit Pergament dicht verbinden. Eine Haltbarkeit nennt Clutius für den Rob nicht.
Praxis. Alles Folgende ist heutiger Rat. Wegen der Säure einen Topf aus Edelstahl oder Emaille nehmen, und weil Honig schäumt, mit Luft nach oben. Zur Probe wenig auf einen kalten Teller geben und erkalten lassen, denn heiß wirkt der Rob dünner. Statt Pergament tut es ein sauberes Glas mit Deckel. Bleibt er zu dünn, kann er gären, dann kühl aufbewahren und bald verbrauchen.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/clu-011/
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