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Kölner Küchenmeisterei (Köln, Historisches Archiv der Stadt Köln, Best. 7004, 27)

Westmitteldeutscher/ripuarischer Sprachraum (Entstehungsort unbekannt); Handschrift heute Historisches Archiv der Stadt Köln, 2. Hälfte 15. Jh. oder 16. Jh. (umstritten) · Frühneuhochdeutsch (ripuarisch/westmitteldeutsch, Köln) - Datierung umstritten: Menne (1931/1937) 2. Hälfte 15. Jh., Finger et al. (1993) 16. Jh. ohne Begründung; Wasserzeichen/Inhalt liefern laut TEI keine sichere Datierung

Gekochte Krebse

Moderne Übersetzung

Gib die Krebse in einen Topf und bedecke sie gut. Gieße Wein, Essig oder Wasser darüber und salze sie. Mache auch eine stetige Glut darunter. Wenn die Krebse rot werden, so sind sie gar. Diese soll man heiß in zugedeckten Schüsseln auftragen.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
Creps Flusskrebse - gut sortierter Fischhandel, Wochenmarkt -
win Wein - - Essig oder Wasser
saltz Salz - - -

Zubereitungshinweis

Was ist das? Ein schlichtes Sud-Gericht: Flusskrebse werden in einem abgedeckten Topf in Wein, Essig oder Wasser gegart, gesalzen und bei stetiger Hitze gekocht, bis sie rot werden - dann sind sie gar. Serviert wird heiß in zugedeckten Schüsseln. Der nahezu wortgleiche Zwilling kkm-017 aus der gedruckten Koch- und Kellermeisterei (Frankfurt 1574) bestätigt Satz für Satz dieselbe Vorlage; modern vergleichbar mit dem skandinavischen Krebssud (kräftskiva), dem Crawfish Boil oder der französischen Garung „à la nage" - keine dieser Traditionslinien wird hier behauptet, nur als Vergleich genannt.

Wein, Essig oder Wasser. Der Text nennt alle drei Flüssigkeiten gleichrangig nebeneinander, verbunden durch „oder" - keine gilt als Standard oder Vorzugslösung. Welche verwendet wird, dürfte von Verfügbarkeit und gewünschtem Geschmack abgehangen haben.

Glut oder Feuer. „fuher steds dar vnder" heißt wörtlich, stetig Feuer beziehungsweise Glut unter dem Topf zu halten (belegt im CoReMA-Glossen-Korpus als „ember"/Glut). Der Zwilling kkm-017 schreibt an derselben Stelle „fewer stets darunter" (Feuer) - beide Lesarten meinen dieselbe gleichmäßige Hitze, ein bestimmter Siede- oder Köchelgrad ist im Text selbst nicht angelegt.

Praxis. Frische Flusskrebse lebend oder küchenfertig besorgen. Ein Topf mit Deckel, eine Flüssigkeit (Wein, Essig oder Wasser), Salz und eine gleichmäßige Hitzequelle reichen aus. Sobald die Schalen rot werden, sind die Krebse gar; heiß und zugedeckt auftragen, damit sie nicht auskühlen.

fyndling.de/rezepte/k1-007/