Rezeptbuch der Sarah Longe (Rezeptbuch der Sarah Longe, Folger Shakespeare Library MS V.a.425)
Stachelbeeren in Sirup einmachen, in zwei Kochgängen
Moderne Übersetzung
Entkerne deine Stachelbeeren und lege sie eine Stunde in klares Wasser. Wechsle das Wasser ein- oder zweimal und stich die Beeren rundum mit einer großen Nadel an.
Dann nimm etwa 675 g (anderthalb Pfund) Zucker und etwa 0,5 l (ein Pint nach Weinmaß) Wasser. Lass den Zucker darin schmelzen, koche den Sirup und schäume ihn gut ab. Dann gib die Stachelbeeren hinein, lass sie stehen und eine oder zwei Stunden kochen.
Dann nimm sie vom Feuer und stell sie zwei oder drei Tage in einem Glas beiseite, decke sie aber nicht zu, bis sie kalt sind.
Dann koche sie auf lebhaftem Feuer, bis der Sirup geliert, aber nicht zu stark, damit sie nicht rot werden.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Gooseberies | Stachelbeeren | - | - | - |
| faire water | klares Wasser zum Einlegen | - | - | - |
| a pound and an halfe of sugar | etwa 675 g (anderthalb Pfund) Zucker | 675 g | - | - |
| a wine-pint of water | etwa 0,5 l (ein Pint nach Weinmaß) Wasser | 500 ml | - | - |
Zubereitungshinweis
Was ist das? Ganze Stachelbeeren, in Zuckersirup eingemacht, in zwei Kochgängen mit zwei oder drei Ruhetagen dazwischen.
Entkernen. „Stone“ ist bei Ludwig 1706 der Kern einer Kirsche, Olive oder Weinbeere; gemeint ist das Herausholen der Kerne. Wie das geschieht, sagt der Text nicht. Ein späterer Nachtrag im selben Buch schlitzt die Beeren dafür auf (lon-093).
Stehen und Kochen. „lett them stand, and boyle an hour or two“ lässt offen, ob die Beeren erst im Sirup stehen und dann eine oder zwei Stunden kochen, oder ob sich die Zeit auf das Stehen im heißen Sirup bezieht.
Das Ende. Im zweiten Kochgang ist das Zeichen der Sirup, der geliert. „not to high“ kann die Hitze oder das zu weite Einkochen meinen; der Grund ist in beiden Fällen die Farbe: Die Beeren sollen nicht rot werden.
Praxis. Wässern und Anstechen bereiten die Beeren für den Sirup vor; durch die Einstiche kann er in die Frucht ziehen. Das Glas bleibt offen, bis die Beeren ausgekühlt sind. Ob der Sirup geliert, prüft man heute mit einem Tropfen auf einem kalten Teller (moderner Hilfsweg). Siedender Zuckersirup verbrüht stark; die Beeren deshalb vorsichtig einlegen.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/lon-005/
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