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Mondseer Kochbuch (Graz, Universitätsbibliothek, Ms. 1609 (CoReMA GR1))

Österreich (Mondsee, Oberösterreich), 2. Hälfte 15. Jh. · Frühneuhochdeutsch (bairisch-österreichisch, 15. Jh.)

Wildbret in Rinder- oder Hammelbrühe

Moderne Übersetzung

Wenn du Wildbret gut zubereiten willst, nimm dazu nicht viel Wein, sondern nur gute Rinder- oder Hammelbrühe. So wird es gut gemacht.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
wilpratt Wildbret - Metzger, Wildhändler -
wein nicht viel Wein - - -
guett rindreinn prue gute Rinderbrühe - - -
chastrawne Hammelbrühe - - -

Zubereitungshinweis

Welches Gericht ist das? Kein eigenständiges Rezept, sondern ein knapper Küchentipp: Wer Wildbret zubereitet, soll dabei nicht auf viel Wein setzen, sondern auf eine gute Rinder- oder Hammelbrühe. Der Mondseer Text endet damit („so wirdt es gemacht woll“).

Was in diesem Text fehlt. Der Mondseer Wortlaut nennt weder eine Bindung noch Gewürze. Ka2 hat dieselbe Regel mit denselben Worten für die Brühe und führt sie weiter (ka2-018): Die Brühe wird mit einem „Pfeffer“ durchgeschlagen, also passiert und gebunden, und mit Zimtrinde, Muskat und Nelken gewürzt. Wir füllen die Lücke so: Der erste Satz ist in beiden Handschriften derselbe, den Rest übernehmen wir aus Ka2 als Ergänzung, nicht als Mondseer Text. Ob die Mondseer Vorlage diese Fortsetzung kannte, wissen wir nicht. Mengen fehlen in beiden.

Praxis. Statt viel Wein eine kräftige Rinder- oder Hammelbrühe als Garflüssigkeit für das Wildbret nehmen (Mondsee). Wer die Ka2-Fortsetzung mitnimmt: die Brühe mit der Pfeffer-Bindung (Lebkuchen, geröstetes Brot, siehe ka2-018) durch ein Sieb oder Tuch streichen und mit Zimt, Muskat und Nelken abschmecken. Die Ergänzung ist Auslegung nach dem Zwilling, nicht Überlieferung dieser Handschrift.

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