Graz, Universitätsbibliothek, Ms. 1609 (CoReMA GR1) · Österreich (Mondsee, Oberösterreich) · 1480
Wenn du Wildbret gut zubereiten willst, nimm dazu nicht viel Wein, sondern nur gute reine Rinderbrühe oder Kastanien. So wird es gut gemacht.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| wilpratt | Wildbret | - | Metzger, Wildhändler | - |
| wein | nicht viel Wein | - | - | - |
| guett rindreinn prue | gute reine Rinderbrühe | - | - | - |
| chastrawne | Kastanien | - | Supermarkt (saisonal), Wochenmarkt | - |
Welches Gericht ist das? Kein eigenständiges Rezept, sondern ein knapper Küchentipp: Wer Wildbret zubereitet, soll dabei nicht auf viel Wein setzen, sondern auf kräftige, reine Rinderbrühe oder Kastanien als Flüssigkeits- bzw. Geschmacksbasis.
Praxis. Diesen Tipp bei einem beliebigen Wildbret-Gericht des Korpus anwenden: statt einer weinbasierten Garflüssigkeit eine kräftige, reine Rinderbrühe verwenden, oder geschälte, weichgekochte Kastanien zum Wildbret geben. Beides sorgt für einen erdigeren, volleren Geschmack als eine reine Weinbrühe.
‚Wildbret‘ bezeichnet das Fleisch von Wildtieren, die gejagt werden. Im Mittelalter waren dies oft Hirsch, Reh, Wildschwein, Hase oder auch Wildvögel. Das Rezept ist allgemein gehalten und lässt die Wahl der Wildart offen.
Die Frage passt hier eigentlich nicht: Dies ist kein eigenständiges Gericht mit Zubereitungsschritten, sondern ein allgemeiner Koch-Tipp - nimm für Wildbret lieber kräftige Rinderbrühe oder Kastanien statt viel Wein. Wende diesen Tipp einfach bei einem konkreten Wildbret-Rezept deiner Wahl an.
Dieses sehr kurze Rezept ist eher eine allgemeine Kochanleitung oder ein Tipp zur Zubereitung von Wildbret. Es betont die Verwendung von kräftiger Rinderbrühe oder Kastanien als Flüssigkeitsbasis anstelle von viel Wein, was auf einen erdigen, reichhaltigen Geschmack abzielt.
Dieses Rezept stammt aus dem Mondseer Kochbuch (Österreich - Mondsee, Oberösterreich). Das Mondseer Kochbuch - eine der umfangreichsten deutschsprachigen Rezeptsammlungen des Spätmittelalters: rund 268 Kochrezepte aus dem oberösterreichischen Raum (Umkreis des Benediktinerklosters Mondsee, 2. Hälfte 15. Jh.), überliefert in der Sammelhandschrift Graz, Universitätsbibliothek, Ms. 1609 (CoReMA-Sigle GR1, fol. 11r-94v). Das Buch deckt die ganze Bandbreite einer spätmittelalterlichen Küche ab: Mandel- und Fischmuse, Sülzen und Gallerten (u.a. vom Hasen und mit Krebsen), Hausen und andere Fische, Wildbret und Spanferkel, dazu zahlreiche Fasten- und Schauspeisen - etwa aus Fisch nachgeformte Rebhühner, Blancmanger und ein Karfreitags-Eiergericht - sowie süßes Backwerk, Lebkuchen und eingekochte Weichsel-Zubereitungen. Reiche Cross-Links zur bairisch-alemannischen Salsen-, Sülzen- und Schauspeisen-Tradition (m5919, m384, meb, kkm).
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| wilpratt | game meat Q19862498 |
| wein | wine Q282 |
| guett rindreinn prue | beef stock Q96362190 |
| chastrawne | mutton Q14566073 |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
wilpratt
Gewählte Lesart: Wildbret (Wildfleisch)
rindreinn
Gewählte Lesart: reine Rinderbrühe
Andere mögliche Lesarten:
chastrawne
Gewählte Lesart: Kastanien
Andere mögliche Lesarten:
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Stand dieser Fassung: 04.07.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.