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Mondseer Kochbuch (Graz, Universitätsbibliothek, Ms. 1609 (CoReMA GR1))

Österreich (Mondsee, Oberösterreich), 2. Hälfte 15. Jh. · Frühneuhochdeutsch (bairisch-österreichisch, 15. Jh.)

Masanczen, Gebackenes Käsegebäck

Moderne Übersetzung

Um Masanczen zuzubereiten: Reibe Käse sehr fein. Gib Eier hinzu. Würze die Masse und färbe sie mit Safran gelb. Backe das Gericht anschließend in einem Ofen.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
kass Käse, fein gerieben - - Junger Gouda, Emmentaler oder Bergkäse
ayr Eier - - -
gewurcz Gewürze - gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel Pfeffer, Ingwer, Zimt, Nelken, Muskat
gelb Safran - gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel -

Zubereitungshinweis

Welches Gericht ist das? Masanczen ist im Kern ein reines Käse-Ei-Gebäck ohne Teig oder Kruste: fein geriebener Käse wird mit rohem Ei zu einer Masse verbunden, gewürzt, mit Safran gelb gefärbt und im Ofen gebacken - ein früher Verwandter des Käseauflaufs bzw. Käsesoufflés, nicht eines süßen Kuchens. Der Zwilling mha-214 (Meister-Hans-Kochbuch, schwäbisch-alemannisch, fast identische Schreibung "Masannczen") überliefert praktisch dasselbe Verfahren - Rezept und Name wanderten offenbar gemeinsam über die Dialektgrenze bairisch-österreichisch/alemannisch hinweg.

Was der Text offen lässt. Weder das Käse-zu-Ei-Verhältnis noch das Backgefäß werden genannt - "pach das in ainem offen" nennt nur den Ofen, kein Blech und keine Form. Das ist eine echte Leerstelle des Originals, keine Erfindung: der Zwilling mha-214 konkretisiert dieselbe Zubereitung immerhin mit "auf ein plat" (Blech).

Garzustand. Auch eine Backzeit oder ein Fertigkeits-Signal fehlen im Text ("pach das" ohne weitere Angabe). Als Praxis-Empfehlung gilt hier: backen, bis die Masse vollständig durchgestockt und die Oberfläche goldbraun und fest ist, ohne flüssige Mitte - der sichere moderne Standard für eine Ei-Käse-Masse. Denkbar ist historisch auch ein kürzeres Backen, bei dem allein die Oberflächenfarbe über den Fertigkeitsgrad entscheidet, ohne Rücksicht auf ein vollständiges Durchstocken der Mitte - das käme mittelalterlicher Praxis näher, birgt nach heutigen Maßstäben aber das Risiko einer nicht durchgegarten Ei-Masse und wird hier nicht empfohlen.

Praxis. Reibe einen kräftigen, nicht zu fetten Käse (junger Gouda, Emmentaler oder Bergkäse) sehr fein, damit er beim Backen nicht ausölt. Als Startpunkt eignen sich etwa 250 g geriebener Käse auf 2-3 Eier - die Masse sollte dickflüssig, aber noch streichfähig sein. Verteile sie 1-2 cm dick in einer gefetteten, flachen Form oder auf einem Blech und backe bei mittlerer Ober-/Unterhitze (ca. 180-200°C), bis sie goldbraun und vollständig fest ist - je nach Dicke 15-25 Minuten. Mit einem Dutch Oven mit Deckel-Glut lässt sich das Ergebnis im Lager annähern, auch wenn Gleichmäßigkeit und Kontrolle geringer sind als im Backofen.

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