Klosterkochbuch Rott am Inn (Clm 15632) (München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 15632)
Gebackene Käse-Hufeisen
Moderne Übersetzung
Nimm geriebenen Käse von guter Qualität und halb so viel Mehl. Schlage Eier dazu, sodass sich der Teig rollen lässt. Würze ihn gut (bestreue ihn mit Gewürzpulver).
Verarbeite den Teig auf einem Brett zu einer langen Wurst. Mache ihn dünn und krümme ihn wie ein Hufeisen. Backe ihn dann in Schmalz aus.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| geriben kaß der gut sey | Geriebener Käse | - | - | - |
| halb als vil mel | Mehl | - | - | - |
| ayer | Eier | - | - | - |
| schmaltz | Schmalz | - | - | Pflanzenöl |
Zubereitungshinweis
Zur Form: Die langen, dünnen Teigstücke werden vor dem Frittieren zu Hufeisen-Bögen gebogen - das ist der Sinn der Wendung "krümme es wie ein Hufeisen". Der Teig aus geriebenem Käse und halb so viel Mehl, mit Eiern gebunden, wird kurz miteinander erhitzt bzw. verknetet, bis er sich gut ausrollen lässt; "puluer daz wol" meint dabei kräftig würzen (mit Gewürzpulver bestreuen), nicht mehlen. Dann zu einer langen, dünnen Wurst rollen, wie ein Hufeisen biegen und in reichlich Schmalz goldbraun ausbacken.
Im Unterschied zur fast wortgleichen Fassung im Rheinfränkischen Kochbuch (rfk-041), die die Hufeisen zum Schluss noch in einer Brühe anrichtet, enden die Rott-am-Inn-Hufeisen direkt nach dem Frittieren - ein knuspriges Käsegebäck, das warm gereicht wird.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/ri15632-012/
fyndling.de/rezepte/ri15632-012/