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Kunstbuch von mancherley Essen (Kunstbuch Von mancherley Essen, Gesotten, Gebraten, Posteten, von Hirschen, Vogelen, Wildtprat, vnd andern Schawessen, so auff Fürstlichen, vnd andern Pancketen zuzurichten gehörich)

Wolfenbüttel, 1598 · Frühneuhochdeutsch (braunschweigische Druckersprache, 16. Jh.)

Hatteleten mit gebratenen Äpfeln, Rosinen und Zimt

Moderne Übersetzung

Zwei oder drei Äpfel, kleine Rosinen und ein wenig Zimt in brauner Butter braten und samt Zucker durcheinanderhacken. Die Hatteleten damit bestreichen und samt Speck an Stecken stecken.

Wenn sie gar sind, mit Butter begießen, mit Zucker und Zimt bestreuen und zu Tisch geben.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
Hatteleten Hatteleten - Metzger -
Braunbutter Braunbutter - - -
zwey oder drey Epffel zwei oder drei Äpfel - - -
klein Roſin kleine Rosinen - - -
ein wenig Caneils ein wenig Zimt - - -
Zucker Zucker - - -
Speck Speck - Metzger -
Butter Butter zum Begießen - - -

Zubereitungshinweis

Welches Gericht ist das? Kleine Fleischstücke vom Kalb oder Lamm an Holzstecken, mit einer süßen Streiche: Stücke vom Hinterviertel (so das erste Rezept der Reihe, ron-0641), bestrichen mit gebratenen, gehackten Äpfeln, Rosinen, Zucker und Zimt, im Wechsel mit Speck an Holzstecken gebraten und zuletzt mit Butter, Zucker und Zimt vollendet.

Die Streiche. Äpfel, kleine Rosinen und ein wenig Zimt werden in brauner Butter weich gebraten und dann mit Zucker zusammen gehackt. So entsteht eine grobe, klebrige Masse, die am Fleisch haftet. Ob nur die Äpfel oder alles gemeinsam in die Butter kommt, entscheidet der Satz: Rontzier zählt Äpfel, Rosinen und Zimt in einer Reihe nach „bradet“ auf.

Speck an den Stecken. „ſampt Speck“ heißt, dass Speckstücke mit aufgesteckt werden; bei den Reh-Hatteleten macht Rontzier das ausdrücklich „ein ſtuͤck vmbs ander“ (ron-0635). Der Speck fettet das magere Fleisch beim Braten.

Garen. Ein Garverb fehlt, der Text sagt nur „wenn ſie gar ſein“. Die Nachbarrezepte braten die Hatteleten an den Stecken; das Begießen mit Butter danach passt dazu. Hitze und Gerät nennt Rontzier hier nicht.

Praxis. Kalb- oder Lammkeule in fingerdicke Stücke schneiden. Butter bräunen, zwei oder drei gewürfelte Äpfel mit einer Handvoll kleiner Rosinen und etwas Zimt darin weich braten, mit Zucker fein hacken. Die Fleischstücke damit bestreichen und abwechselnd mit Speckstücken auf Holzstecken stecken. Auf dem Rost oder vor der Glut bei mäßiger Hitze braten, damit der Zucker nicht verbrennt, mehrmals wenden. Zum Schluss mit zerlassener Butter begießen, mit Zucker und Zimt bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa 60 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.

fyndling.de/rezepte/ron-0650/