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Ein new Kochbuch (Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle)

Frankfurt am Main, 1581 · Frühneuhochdeutsch (Frankfurter Druckersprache mit oberdeutscher Schreibung, südwestdeutsch/rhein-mainischer Küchenwortschatz, 1581)

Fein geschnittene Kapaunenbrust im Sud, für Kranke

Moderne Übersetzung

Nimm eine gesottene Brust von einem Kapaun, schneide sie mit einem Messer fein klein und gib es unter den Kapaun. Lass damit einen Sud aufkochen, es sei im Silber oder in der Schüssel. Gib es dem Kranken zu essen, so ist es auch eine milde Speise.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
ein gesotten Brust von einem Kappaunen gesottene Kapaunenbrust 1 Metzger, Geflügelhändler -
Sudt Sud (der Text nennt nur „Sudt“; Brühe des Kapauns ist Lesart) - - -

Zubereitungshinweis

Welches Gericht ist das? Eine schon gesottene Kapaunenbrust wird fein klein geschnitten und im Sud einmal aufgekocht, also im Grunde eine Kapaunbrühe mit fein geschnittenem Brustfleisch. Rumpolt stellt sie als Krankenspeise neben die Pasteten aus derselben Brust (rum-0678). Würze, Salz und Mengen nennt der Text nicht; es wird nichts ergänzt.

Unter den Kapaun. Wohin das Geschnittene genau kommt, sagt der Text nicht eindeutig. Am naheliegendsten ist die Brühe des gekochten Kapauns: die fein geschnittene Brust kommt hinein und wird darin einmal aufgekocht. Ebenso möglich ist, dass sie zum übrigen Kapaunfleisch in den Sud gelegt und mit ihm zusammen erhitzt wird. Wie viel Sud es sein soll, steht nicht da; praktisch so viel, dass das Fleisch bedeckt ist.

Einen Sud auftun. Rumpolt meint damit durchgehend ein einmaliges kurzes Aufwallen, kein längeres Kochen. Die Brust ist schon gar und soll nur heiß werden.

Im Silber oder in der Schüssel. Der Halbsatz nennt das Gefäß, in dem aufgekocht wird. Heute nimmt man einen kleinen Topf oder eine feuerfeste Schüssel auf schwacher bis mäßiger Hitze und trägt das Gericht darin warm auf.

Praxis. Die Zubereitungszeit von etwa 60 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an: Sieden der Brust etwa 30 bis 40 Minuten, dazu Schneiden und Aufwallen. "Fein klein" spricht für kleine Stücke statt Streifen. Länger als ein Aufwallen sollte die gare Brust nicht kochen, sonst wird sie trocken.

fyndling.de/rezepte/rum-0679/