Ein new Kochbuch (Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle)
Durchgestrichene Gerste in Rindfleischbrühe mit Butter und Ei
Moderne Übersetzung
Nimm Gerste, die in Rindfleischbrühe gekocht wurde. Streiche sie durch ein Haartuch, sodass sie schön dick wird.
Gib sie in einen verzinnten Fischkessel. Füge frische Butter hinzu und rühre auch Eier darein. Lasse es damit aufkochen, so ist es gut und wohlschmeckend.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Gersten | Gerste, in Rindfleischbrühe gekocht | - | Supermarkt | - |
| Rindtfleischbruͤh | Rindfleischbrühe | - | Supermarkt | Gemüsebrühe (für eine vegetarische Variante) |
| frische vngeschmaͤltzte Butter | Frische Butter | - | Supermarkt | - |
| Eyer | Eier | - | Supermarkt | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Gerste, die schon in Rindfleischbrühe gar gekocht ist, wird durch ein Haartuch gestrichen, bis sie schön dick ist, und dann in einem verzinnten Kessel mit frischer Butter und Eiern aufgekocht. Heraus kommt ein feines, gebundenes Gerstenpüree als Beilage. Salz und Gewürze nennt der Text nicht; der Geschmack kommt aus der Brühe und der Butter.
Die Gerste vorgaren. Rumpolt setzt die gekochte Gerste voraus. Wie man sie in Rindfleischbrühe siedet, steht im Nachbarrezept mit dem Hammelschlegel (rum-1365). Heute nimmt man Perlgraupen oder Rollgerste und kocht sie in der Brühe ganz weich, je nach Sorte etwa 40 bis 60 Minuten.
Durchstreichen. Nur ganz weiche Körner lassen sich durch das Tuch streichen. Schalenreste bleiben zurück, die Stärke der Gerste macht die Masse dick. Das Ergebnis ist ein feines Püree, kein Brei mit Biss. Heute geht das mit einem feinen Sieb oder einem Passiertuch.
Butter und Eier. Die durchgestrichene Gerste kommt in den Kessel, die Butter wird untergerührt, dann die Eier. Danach lässt Rumpolt alles aufsieden. Bei kräftigem Sprudeln flocken die Eier; sicherer ist es, sie bei schwacher Hitze unter Rühren einzurühren und nur bis zur Bindung zu erwärmen. Das ist eine moderne Vorsichtsmaßnahme, kein Schritt aus dem Text.
Praxis. Mengen nennt der Text nicht. Als Anhalt etwa 1 EL Butter und 1 Ei auf 250 g gekochte Gerste. Die angegebenen rund 75 Minuten samt Vorgaren der Gerste sind eine Schätzung. Statt eines verzinnten Fischkessels tut es ein gewöhnlicher Topf.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/rum-1366/
fyndling.de/rezepte/rum-1366/