Ein new Kochbuch (Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle)
Schneckensuppe in Erbsenbrühe mit Kräutern und Eiern
Moderne Übersetzung
Nimm gekochte Schnecken, die sauber ausgeputzt sind. Hacke sie sehr klein mit grünen, wohlschmeckenden Kräutern. Mach sie an mit Eiern und Pfeffer. Rühre es in eine Erbsenbrühe, die kocht. Schmälze und salze es, so ist es eine gute Schneckensuppe.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| gesotten Schnecken | Gekochte Schnecken | - | Heute meist vorgegart im Glas oder tiefgekühlt | - |
| gruͤnen wolschmeckenden Kraͤutern | Grüne, wohlschmeckende Kräuter | - | - | - |
| Eyern | Eier | - | - | - |
| Pfeffer | Pfeffer | - | - | - |
| Erbeßbruͤh | Erbsenbrühe | - | - | - |
| schmaͤltz | schmälzen | - | - | - |
| saltzs | Salz | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Eine Suppe aus vorgekochten, sehr klein gehackten Schnecken mit grünen Kräutern, Eiern und Pfeffer, die in kochende Erbsenbrühe eingerührt und zuletzt mit Fett und Salz abgeschmeckt wird. Heute erinnert sie entfernt an eine Eierflockensuppe mit Einlage; ein direkter Nachfahre ist das nicht.
Die Schnecken. Rumpolt setzt sie gekocht und gesäubert voraus. Wie lange sie vorgaren, sagt er hier nicht; im ersten Rezept des Schneckenkapitels (rum-1257) lässt er sie eine bis vier Stunden sieden. Sehr klein gehackt verteilen sie sich in der Suppe, statt als zähe Stücke darin zu liegen. Eine Schneckenart nennt der Text nicht.
Anmachen. Die gehackte Masse wird mit Eiern und Pfeffer vermengt. Rührt man sie in die kochende Brühe, gerinnen die Eier und halten die Schneckenmasse locker zusammen. Das sagt Rumpolt nicht ausdrücklich, es folgt aus dem Einrühren in siedende Flüssigkeit.
Die Brühe. Sie muss kochen, wenn die Masse hineinkommt. Ob danach noch einmal aufgekocht wird, steht hier nicht; bei der Spinatsuppe (rum-1595) rührt Rumpolt, „biß daß auffseudt“. Wie viel Brühe auf die Masse kommt, bleibt offen.
Schmalz und Salz. Beides kommt zuletzt. Welches Fett, nennt der Text nicht.
Praxis. Vorgegarte Schnecken abspülen, mit frischen Kräutern sehr klein hacken und mit verquirlten Eiern und Pfeffer vermengen. Die Erbsenbrühe zum Kochen bringen, die Masse unter Rühren hineingeben und rühren, bis die Eier gestockt sind. Mit Schmalz und Salz abschmecken. Mengen und Zeiten nennt Rumpolt nicht.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/rum-1628/
fyndling.de/rezepte/rum-1628/