Ein new Kochbuch (Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle)
Strauben aus Milch-Eier-Teig, durch einen gelochten Topf gezogen
Moderne Übersetzung
Mache einen Teig mit guter Milch, schlage drei oder vier Eier hinein und rühre ihn gut glatt an.
Mache Löcher durch einen Topf, der nicht groß ist, gieße den Teig hinein und halte einen Teller unten auf den Boden, damit der Teig nicht herausrinnt, sodass du ihn kreuzweise in heiße Butter einziehen kannst.
Ziehe ihn nicht zu dick ein, damit er ausbacken kann. Bestreue es mit Zucker und gib es kalt oder warm auf den Tisch. So ist es ein gutes Strauben-Gebäck.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| (erschlossen) | Mehl (im Text nicht genannt, für den Teig vorausgesetzt) | - | - | - |
| guter Milch | gute Milch | - | - | - |
| drey oder vier Eyer | 3-4 Eier | - | - | - |
| heisse Butter | Butter (zum Ausbacken) | - | - | Butterschmalz |
| Zucker | Zucker (zum Bestreuen) | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Strauben: Ein flüssiger Teig aus Milch und Eiern läuft durch einen kleinen, mehrfach gelochten Topf kreuzweise in heiße Butter, wird ausgebacken, mit Zucker bestreut und kalt oder warm gereicht. Rumpolt beschreibt das Gerät hier ausführlicher als beim Brandteig desselben Kapitels (rum-1653), wo ein Topf mit einem einzigen Loch genügt; der Teig dort ist ein anderer.
Der Teig. Rumpolt nennt Milch und drei oder vier Eier, aber weder Mehl noch Mengen. Ohne Mehl entsteht kein Teig, es ist also stillschweigend vorausgesetzt. Heute rührt man so viel Weizenmehl ein, dass ein dünner, glatter Teig entsteht, der in dünnem Strahl durch die Löcher läuft und im Fett zu Strängen stockt. Die Konsistenz stellt man am besten mit einer Probe am Topf ein.
Topf und Teller. Die Löcher sitzen im Boden eines nicht zu großen Topfes. Den Teller hält man von unten dagegen, solange man den Teig einfüllt, damit nichts herausrinnt. Wann der Teller weggenommen wird, sagt Rumpolt nicht; naheliegend ist, den Topf über das heiße Fett zu halten, den Teller wegzuziehen und den Teig kreuzweise einlaufen zu lassen. Ein kleiner Trichter oder ein Spritzbeutel mit Lochtülle leistet heute dasselbe.
Nicht zu dick. „Zeuchs nicht zu dick eyn, daß es kan außbacken“: Dicke Stränge bleiben innen roh, bevor sie außen braun sind. Also dünne Bahnen einlaufen lassen.
Butter. Gebacken wird in heißer Butter, wie im ganzen Kapitel. Frische Butter bräunt bei Backhitze früh und verbrennt leicht; Butterschmalz (geklärte Butter) verträgt mehr Hitze und ist eine moderne Hilfe. Beim Einlaufen des Teigs spritzt das Fett, darum mit Abstand und ruhiger Hand arbeiten.
Praxis. Milch und Eier glatt verrühren und so viel Mehl einrühren, dass ein dünnflüssiger Teig entsteht. Reichlich Butter oder Butterschmalz in einem breiten Gefäß erhitzen. Den gelochten Topf (oder einen kleinen Trichter) mit dem Teller verschlossen füllen, über dem Fett den Teller wegziehen und den Teig in dünnen Bahnen kreuzweise einlaufen lassen. Goldbraun ausbacken, herausheben, abtropfen lassen und mit Zucker bestreuen. Kalt oder warm reichen. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/rum-1676/
fyndling.de/rezepte/rum-1676/