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Ein new Kochbuch (Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle)

Frankfurt am Main, 1581 · Frühneuhochdeutsch (Frankfurter Druckersprache mit oberdeutscher Schreibung, südwestdeutsch/rhein-mainischer Küchenwortschatz, 1581)

Dünne Apfelscheiben im Wein-Mehl-Teig, knusprig ausgebacken

Moderne Übersetzung

Schneide Äpfel rund und dünn. Mache einen Teig dazu aus reinem Wein und Mehl, nicht zu dick und nicht zu dünn. Stoße die Apfelscheiben hinein und lass den Teig herabrinnen. Wirf sie in heiße Butter, so gehen sie schön auf und werden knusprig. Gib sie warm auf den Tisch und bestreue sie mit Zucker, so ist es gut und wohlschmeckend.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
Epffel Äpfel - - -
lauter Wein reiner Wein - - -
Mehl Mehl - - -
heisse Butter heiße Butter - - Butterschmalz verbrennt beim Ausbacken weniger leicht (moderne Hilfe).
Zucker Zucker - - -

Zubereitungshinweis

Welches Gericht ist das? Dünne runde Apfelscheiben werden in einen Teig aus Wein und Mehl gesteckt, in heißer Butter ausgebacken und warm mit Zucker bestreut. Heute kennt man so etwas als Apfelküchle oder Apfelringe im Weinbackteig. Rumpolt bringt dasselbe Gericht kürzer schon unter den Zugemüsen (rum-1320), dort nur mit Wein im Teig.

Der Teig. Rumpolt nennt nur Wein und Mehl, „nicht zu dick noch zu dünn“; Eier, Salz oder ein Triebmittel kommen nicht vor. Der Teig soll an den Scheiben haften und dann abrinnen, damit die Hülle dünn bleibt und knusprig wird. Ohne Ei wird sie eher zart und knusprig als luftig wie bei einem Krapfen. Welchen Wein, sagt der Text nicht; Weißwein ist eine moderne Wahl, Rotwein ist vom Text ebenso gedeckt.

Stoßen. „Stoß die Epffelschnitten darein“ heißt: die Scheiben in den Teig stecken, also eintauchen, nicht schlagen. Danach lässt man den überflüssigen Teig ablaufen.

Das Fett. Rumpolt verlangt heiße Butter, nennt aber weder Menge noch Hitze. Gewöhnliche Butter schäumt und bräunt früh und verbrennt bei hoher Hitze; deshalb reichlich Butter bei mittlerer Hitze nehmen, oder Butterschmalz als moderne Hilfe. Heiß genug ist das Fett, wenn der Teig sofort schäumt und aufgeht.

Praxis. Mehl und Wein zu einem glatten Ausbackteig verrühren. Feste, leicht säuerliche Äpfel quer in Scheiben von etwa 3 bis 5 mm schneiden; wer das Kerngehäuse aussticht, bekommt Ringe, davon sagt der Text nichts. Die Scheiben einzeln durch den Teig ziehen, abtropfen lassen und portionsweise in reichlich heißer Butter goldgelb ausbacken. Warm auftragen und mit Zucker bestreuen. Mengen nennt Rumpolt nicht. Die Zubereitungszeit von etwa 20 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.

fyndling.de/rezepte/rum-1688/