Ein new Kochbuch (Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle)
Spilling-Konfekt in dickem Sirup
Moderne Übersetzung
Spilling-Konfekt: Die Spillinge, ob geschält oder nicht, auseinanderschneiden und die Kerne herausnehmen.
Den Sirup gut sieden lassen, bis er dick wird. Wirf die Spillinge geschwind hinein, leg sie in eine Schüssel aus und lass sie kalt werden.
Wenn du es zu Tisch geben willst, bestreu es mit kleinem Konfekt, das mit Zucker überzogen ist.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Spilling | Spillinge, geschält oder ungeschält | - | Wochenmarkt oder Obsthändler, nur zur Erntezeit | - |
| Sirup | Sirup, dick gesotten | - | - | - |
| kleinem Confect/ der mit Zucker vberzogen ist | Kleines Konfekt, mit Zucker überzogen | - | Konditorei oder Online-Handel | Kleine Zuckerdragees als heutige Entsprechung; Rumpolt meint mit Zucker überzogene Körner, Wurzeln oder Gewürze. |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Spillinge, also gelbe Pflaumen, werden auseinandergeschnitten und entsteint, rasch in dick eingekochten Sirup geworfen und in der Schüssel kalt werden lassen; beim Auftragen kommt kleines, mit Zucker überzogenes Konfekt darüber. Am nächsten kommen heute gelbe Pflaumen oder Mirabellen in dickem Sirup. Das Verfahren gleicht den Erdbeeren in dickem Sirup und den Stachelbeeren in Zuckersirup.
Der Sirup. Rumpolt schreibt nur „den Sirup wol gesotten/ daß er dick wirt“; woraus er besteht, sagt er nicht. Wir nehmen Zuckersirup wie im Stachelbeer-Rezept: Zucker mit wenig Wasser aufkochen, den Schaum abnehmen und einkochen, bis der Sirup dick ist. Diese Arbeitsschritte sind unsere Praxis. Dick muss der Sirup sein, bevor die Früchte hineinkommen, denn sie bleiben nur kurz darin; ein dünner Sirup würde an ihnen nicht haften und sie verwässern.
Geschwind hinein. Anders als bei den Erdbeeren steht hier kein „auffsieden“, nur „wirff die Spilling geschwindt hinein“. Wie lange die Früchte im Sirup bleiben und ob der Topf dabei am Feuer steht, sagt der Text nicht. Wir geben die Hälften in den kochend heißen Sirup, lassen sie etwa 1 bis 2 Minuten darin ziehen und nehmen den Topf vom Feuer. Weich gekocht werden die Früchte dabei nicht, deshalb feste, reife Spillinge nehmen. Ob du sie vorher schälst, lässt Rumpolt offen.
Die Streuzier. Das kleine Konfekt kommt laut Text erst beim Auftragen darauf; so bleibt es trocken und zerläuft nicht im Sirup. Welches Konfekt, nennt Rumpolt nicht. Wie man Körner, Wurzeln und Gewürz mit Zucker überzieht, beschreibt er im Kapitel über Zucker-Konfekt; heute passen kleine Zuckerdragees.
Praxis. Mengen nennt Rumpolt keine. Nimm so viel Sirup, dass die Hälften darin Platz haben und rundum überzogen werden. Heißer Zuckersirup verbrennt leicht, also einen kleinen Topf nehmen und ihn nicht aus den Augen lassen. Die Zubereitungszeit von etwa 40 Minuten ist eine Schätzung für Entsteinen, Sirup und Einlegen ohne das Auskühlen, der Text gibt keine Zeit an.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/rum-1886/
fyndling.de/rezepte/rum-1886/