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Ein new Kochbuch (Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle)

Frankfurt am Main, 1581 · Frühneuhochdeutsch (Frankfurter Druckersprache mit oberdeutscher Schreibung, südwestdeutsch/rhein-mainischer Küchenwortschatz, 1581)

Roter Essig aus Blüten

Moderne Übersetzung

Ebenso: Lass den Essig eine Nacht oder drei über Klapperrosen oder Grasblumen stehen und gieße den Essig ab, so ist er schön rot.

Aus Kornblumen kannst du einen blauen Essig machen, oder aus Lavendel, Rosmarin und dergleichen einen wohlschmeckenden Essig.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
Essig Essig - - -
Klapperrosen Klatschmohnblüten - Teehandel (getrocknete Klatschmohnblüten) Nelkenblüten (im Original „Graß Blumen“, gleichwertig genannt)
Kornblumen Kornblumen (Variante, für blauen Essig) - Online-Gewürzhandel (getrocknete Blüten) -
Lauendel Lavendel (Variante) - - -
Roßmarin Rosmarin (Variante) - - -

Zubereitungshinweis

Welches Verfahren ist das? Kein Gericht, sondern ein Färbe- und Würzaufguss aus Rumpolts Essig-Anhang: Ein fertiger Essig zieht eine Nacht bis drei Nächte über Blüten und wird danach abgegossen. Feuer braucht es dafür nicht. Heute kennt man dasselbe als Blüten- oder Kräuteressig, etwa Rosen-, Nelken- oder Lavendelessig.

Klapperrosen und Grasblumen. Klapperrosen sind der Klatschmohn, Grasblumen nach den Mundartwörterbüchern Nelken (siehe Erläuterungen). Beide blühen rot. Den fertigen Essig beurteilt Rumpolt nur mit dem Auge, „so ist er schön rot“; wann er fertig ist, entscheidet also die Farbe, nicht eine feste Zeit.

Kornblumen, Lavendel, Rosmarin. Die Variante trennt Farbe und Geschmack: Kornblumen sollen den Essig blau machen, Lavendel und Rosmarin geben ihm Geruch und Geschmack, aber keine Farbe. Ob die eine bis drei Nächte auch für diese Variante gelten, sagt der Satz nicht.

Was der Text offenlässt. Mengen, Essigart, Gefäß und ob die Blüten frisch oder getrocknet sind, nennt Rumpolt nicht. Im Nachbarrezept zum Wein (rum-1965) hängt er gedörrte Kornblumenblätter in den Wein; getrocknete Blüten sind bei ihm also belegt.

Praxis. Als heutiger Vorschlag, nicht aus dem Text: einen milden Weinessig nehmen, etwa eine Handvoll Blütenblätter auf 250 ml, abgedeckt in einem Glas oder Steinguttopf stehen lassen, nach jeder Nacht die Farbe ansehen und abgießen, sobald sie gefällt. Für Lavendel und Rosmarin dieselbe Zeit ansetzen und nach dem Geruch entscheiden.

fyndling.de/rezepte/rum-2007/