Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 2897
Gefärbte Eier am Spieß
Moderne Übersetzung
Nimm ganze Eier und stecke sie auf einen Spieß. Färbe sie schwarz oder gelb und vergiss den Zucker nicht.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| gancze ayr | Eier | - | - | - |
| spis | Spieß | - | - | - |
| gel | Safran | - | gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel | - |
| czukers | Zucker | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Was die Handschriften sagen. W1 verlangt ganze Eier am Spieß und lässt zwischen Schwarz oder Gelb wählen; der parallele B4-Text setzt Schwarz und Gelb. Der nahe Text mha-010 ergänzt für dieselbe Grundformel, dass die Eier hart sein sollen. Für eine heutige Umsetzung ist es daher nachvollziehbar, die Eier hart zu kochen, zu schälen und erst dann aufzuspießen; W1 selbst nennt den Garzustand jedoch nicht.
Farbe und Zucker. Gelb ist durch die CoReMA-Glosse als Safran belegt. Womit „schwarz“ erzielt wurde, sagen weder W1 noch B4 oder mha-010; diese Stelle bleibt offen. Historisch möglich, aber für diese Stelle nicht bewiesen, sind zwei Lesarten: Die Eier könnten goldgelb beziehungsweise dunkel bis braun-schwarz gebraten worden sein; oder sie könnten durch einen gelb beziehungsweise dunkel gefärbten Tauch- oder Überzugsteig geführt worden sein. Anschließend die Eier mit Zucker bestreuen, wie der Text ausdrücklich verlangt.
Praxis. Geschälte, hartgekochte Eier vorsichtig auf einen geeigneten Spieß reihen. Für die gelbe Fassung Safran in wenig warmer Flüssigkeit lösen und die Eier damit bestreichen. Die dunkle Fassung bleibt wegen der offenen Quellenstelle ohne nachgestelltes Verfahren. Die Eier als kleine Schau-Beilage anrichten und mit Zucker vollenden.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/w1-052/
fyndling.de/rezepte/w1-052/