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Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 2897

Wien, vermutlich Augustiner-Chorherrenstift St. Dorothea (Besitzvermerke 15. Jh. auf Bl. 1r, 15r, 28v, 54v, 91v), Mitte 15. Jh. (Teil I) · Frühneuhochdeutsch (bairisch-österreichisch)

Ein kaltes Mus

Moderne Übersetzung

Ein kaltes Mus.

Nimm Essig, Honig und Lebkuchen und stoße sie miteinander. Seihe es durch ein Tuch und siede es. Gieße es aus und iss es kalt.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
esseich Essig - - -
hoenig Honig - - -
leczelteen Lebkuchen - gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel -

Zubereitungshinweis

Welches Gericht ist das? Der historische Text nennt die Speise „ein kaltes Mus“: Essig, Honig und Lebkuchen werden miteinander zerstoßen, durch ein Tuch geseiht, gesotten, ausgegossen und kalt gegessen. Mengenverhältnisse, gewünschte Konsistenz und Ziel des Ausgießens bleiben offen. Die Parallelhandschrift b4-120 wiederholt „geus es auff“ ohne Erläuterung; ri15632-010 lässt diese Klausel aus und löst die Stelle daher nicht.

Praxis. Für einen modernen Nachbau die drei Zutaten zunächst in kleinen Mengen aufeinander abstimmen, ohne daraus ein historisches Mengenverhältnis abzuleiten. Nach dem Zerstoßen durch ein sauberes Tuch seihen, die Mischung sieden, ausgießen und abkühlen lassen; eine Dauer für das Sieden oder ein Konsistenzziel nennt die Quelle nicht. Ausdrücklich moderne Abkühl- und Lagerpraxis: sauber arbeiten, das Mus zügig abkühlen und anschließend abgedeckt kühl lagern. Essig und Honig allein rechtfertigen keine pauschale Haltbarkeitsangabe.

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