Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 2897
Gebratene Hühner mit Quitten, Birnen oder Zwiebeln
Moderne Übersetzung
Ein weiteres Hühnerrezept. Mache gebratene Hühner mit Quitten oder mit Birnen. Verfahre dabei auf dieselbe Weise, wie du es mit den Quitten, Zwiebeln oder Birnen machst.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| huner | Hühner | - | - | - |
| kuten | Quitten (optional) | - | - | - |
| pieren | Birnen (optional) | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Gebratenes Geflügel mit gedünstetem oder mitgebratenem Kernobst beziehungsweise Zwiebeln als Beilage - ein Muster, das bis heute in ähnlicher Form gekocht wird, etwa als Brathähnchen mit Quitten oder als Gänse- und Entenbraten mit Birnen oder Äpfeln. Die fast wortgleiche Parallelstelle b4-172 in der Berliner Schwesterhandschrift bestätigt Lesung und Zubereitung.
Gebraten, nicht Brät. ‚Gepratne huner‘ ist das Partizip von braten - nicht das Substantiv ‚geprät‘ (Brät/Farce), das im Korpus ebenfalls vorkommt und leicht damit verwechselt wird.
Verweis statt eigener Anleitung. Der zweite Satz verweist vollständig auf eine andernorts beschriebene Zubereitung, statt sie zu wiederholen.
Praxis. Der Text nennt nur eine Handlung: braten, wie es für ganzes Geflügel im Corpus üblich ist. Für die Beilage gibt es keine eigenständige Anleitung - Gargrad, Menge und Würzung von Quitten, Birnen oder Zwiebeln legt der Text nicht fest, sondern setzt sie als bekannt voraus. In der Praxis passt eine feste, säuerliche Frucht oder eine mitgebratene Zwiebel als Kontrast zum Fett des Bratenguts.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/w1-175/
fyndling.de/rezepte/w1-175/