Ein köstlich new Kochbuch (Ein Köstlich new Kochbuch Von allerhand Speisen/ an Gemüsen/ Obs/ Fleisch/ Geflügel/ Wildpret/ Fischen vnd Gebachens. Nicht allein vor Gesunde: sondern auch vnd fürnemlich vor Krancke ... auch Schwangere Weiber/ Kindbetterinnen/ vnd alte schwache Leut)
Ganze Gerste in Mandelmilch für Kranke, andere Form
Moderne Übersetzung
Mache eine gute Mandelmilch mit Wasser oder mit Milch, je nachdem, wie es um den Kranken steht. Den Schwindsüchtigen, auch in der roten Ruhr, bei der Eiter und Blut abgehen, was von Geschwüren in den Därmen herkommt (wenn nicht besondere faule Fieber mit hineinspielen), ist, sage ich, die Milch nütze; besonders Geiß- und Schafmilch hat vor allen anderen den Vorrang.
Nimm schöne, verlesene Gerste und wasche sie mit warmem Wasser sauber. Danach gieße siedendes Wasser darüber und lass sie stehen, bis du es an den Händen aushalten kannst. Dann reibe und wasche sie gut, einmal oder dreimal. Ist sie grob und hat noch etwas von den Hülsen, so nimm einen Mörser, stampfe und stoße sie, dann gib sie in siedendes Wasser. So sieden die Hülsen davon nach oben, die hebst du mit dem Schaumlöffel ab. (Manchmal ist sie so schön wie Reis, die brauchst du nicht mehr als einmal mit dem siedenden Wasser zu brühen.)
Lass sie sieden, bis sie trocken ist, ohne dass sie anbrennt. Inzwischen mache die Mandelmilch unter stetem Rühren siedend heiß, wie zuvor gelehrt. Gib die gesottene Gerste hinein, mit heißem Schmalz oder süßer Butter, nach Gelegenheit. Rühre es ein wenig und lass es eine Viertelstunde kochen. Sie soll dick werden wie Reis.
Du kannst aber auch die Suppe dick machen. Willst du es zuckern - wenn es gekocht ist -, kannst du es wie Reis im Schmalz braten.
Alles beschreibe ich auf mancherlei Weise wegen der Kranken: heute so, morgen auf eine besondere Weise zu bereiten, dann meinen sie immer, es sei etwas anderes. Und alle diese Arten kann man auch aus Reis zubereiten. Aber in großer Hitze kühlen diese auch, sie erweichen und heilen mehr; was aber aus Reis ist, das ist lieblicher und stärkt mehr. Denn Reis ist an sich selbst kräftiger, doch muss man es nach Gelegenheit halten.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Mandelmilch von waſſer oder milch | Mandelmilch, mit Wasser oder Milch angesetzt | - | - | - |
| geklaubte Gerſten | Gerste, verlesen | - | Rollgerste oder Perlgraupen | - |
| einem heiſſen ſchmaltz oder ſuͤſſem butter | Schmalz | - | - | süße Butter |
| wilt du es zuckern | Zucker (optional) | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Praxis. Der Text nennt keine Mengen und nur eine Zeit, die Viertelstunde in der Mandelmilch. Die Gerste vorher in knapp bedeckendem Wasser weich kochen, bis das Wasser eingekocht ist, und dabei aufs Anbrennen achten; dafür gilt die Garprobe. Die Mandelmilch unter stetem Rühren siedend heiß machen, dann Gerste und eines der beiden Fette hinein, Schmalz oder süße Butter. Gezuckert wird erst nach dem Kochen.
Gerste. Heutige Perlgraupen entsprechen Weckers Gerste, die „so schön wie Reis“ ist: Einmal mit siedendem Wasser überbrühen genügt, das Stoßen im Mörser entfällt.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/wec-006/
fyndling.de/rezepte/wec-006/