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Das Buch von guter Speise (Daz buoch von guoter spîse)

Würzburg, ~1350 · Mittelhochdeutsch

Heidnische Erbsen - Mandel-Honig-Konfekt

Moderne Übersetzung

Heidnische Erbsen.

Wollt Ihr böhmische Erbsen machen, so nehmt Mandelkerne und stoßt sie ganz fein. Mischt sie mit einem Drittel der Menge an Honig. Mengt gute Gewürze gut darunter, so hat es den allerbesten Geschmack. Man genießt es kalt oder warm.

Zutaten

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
mandelkern 200 g fein gestoßene Mandeln (im Mörser) - -
honiges ca. 70 g Honig - -
guoten wuertzen 1-2 TL Gewürzmischung (z.B. Pfeffer, Ingwer, Galgant, Nelke, Muskat, Zimt) - -

Zubereitungshinweis

Welches Gericht ist das? Ein mittelalterliches Konfekt: fein gestoßene Mandeln werden mit einem Drittel ihres Gewichts an Honig und Gewürzen zu einer festen, formbaren Paste verknetet - ein früher Verwandter von Marzipan und von würzigen Honig-Mandel-Konfekten. Der Name „Erbsen" meint vermutlich die Form: kleine, erbsengroße Kügelchen.

Heidenische / behemmische erweiz. Der Titel nennt „Heidnische Erbsen", der Rezeptanfang „Böhmische Erbsen" - zwei unterschiedliche mittelhochdeutsche Beiwörter für dieselbe Speise. „Heidnisch" (wie bei den „Heidnischen Köpfen" bgs-095) signalisiert oft das Fremdländisch-Exotische teurer Importzutaten wie Mandeln und Gewürze; „böhmisch" verweist auf eine regionale Zuschreibung. Echte Erbsen sind nicht beteiligt - der Name spielt auf die kleine, runde Form an.

mandelkern vnd die gar cleine. Das Verb für die Zerkleinerung ist an dieser Stelle im Transkript nicht erhalten; an vergleichbaren Stellen im Buch werden Mandelkerne durchgehend im Mörser gestoßen, nicht gemahlen. Die Paste entsteht also durch feines Stoßen der Mandeln.

dritteil als vil honiges gibt das einzige feste Maß: ein Drittel so viel Honig wie Mandeln. Das hält die Masse formbar, ohne sie zu klebrig zu machen.

Praxis. Etwa 200 g fein gestoßene Mandeln (im Mörser, je feiner desto glatter das Ergebnis) mit rund 60-70 g Honig zu einer festen, geschmeidigen Paste verkneten. Eine zeittypische süße Gewürzmischung untermengen (Zimt, Ingwer, Nelke, Muskat). Keine Hitze nötig, alles wird kalt vermischt. Zu kleinen Kugeln formen - vielleicht in Erbsengröße, worauf der Name anspielt. Das Original sagt man kalt oder warm - die Kügelchen lassen sich kalt naschen oder zum Servieren leicht erwärmen. Sie halten sich gut (Honig konserviert), daher ein dankbares Mitnehm-Konfekt.

fyndling.de/rezepte/bgs-063/