Münchner Kochbuchhandschriften (Cgm 725) (München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 725)
Fisch mit Zwiebeln im Topf (Hafenbraten)
Moderne Übersetzung
Nimm die Zwiebeln und koche sie gut separat. Koche auch den Fisch separat. Würze den Fisch gut und gib Essig hinzu. Schütte das Kochwasser ab und gib den Fisch dann zu den Zwiebeln und lass alles miteinander aufwallen. So erhältst du einen guten Hafenbraten.
Zutaten
| Original | Modern | Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| denn zwifel | Zwiebeln | - | - | - |
| dy visch | Fisch | - | Fischhändler, gut sortierter Supermarkt | Jeder feste Weißfisch wie Kabeljau, Hecht oder Karpfen |
| wurcz | Gewürze | - | - | Salz, Pfeffer, Ingwer, Galgant |
| essig | Essig | - | - | Weinessig oder Apfelessig |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Ein Fisch mit Zwiebeln aus dem Topf - trotz des Namens „Hafenbraten“ wird hier nichts gebraten: Zwiebeln und Fisch werden getrennt gesotten, der Fisch gewürzt und mit Essig abgeschmeckt, das Kochwasser abgegossen, dann lässt man Fisch und Zwiebeln zusammen aufwallen. Ein gesäuertes, pochiertes Fisch-Zwiebel-Gericht der Fastenküche.
„Hafenbraten“ ist der Gericht-Name, nicht die Methode. Im Spätmittelalter meinte „braten“ loser auch das Zubereiten im Hafen (Topf); die eigentliche Technik ist Sieden und Aufwallen, kein Braten oder Schmoren.
Praxis. Zwiebeln weich kochen, Fisch separat gar ziehen, würzen und mit Essig abschmecken, abgießen und mit den Zwiebeln kurz aufwallen lassen. Verwandt mit dem Apfel-Zwiebel-Relish für Fisch (m725-016).
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/m725-015/
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