Libro de Arte Coquinaria (Libro de arte coquinaria)
Frittierte Salbeiblätter
Moderne Übersetzung
Nimm ein wenig feines Weizenmehl und verrühre es mit Eiern und Zucker. Gib ein wenig Zimt und Safran hinzu, damit die Masse schön gelb wird. Halte ganze Salbeiblätter bereit und tauche sie einzeln in diese Masse ein oder umhülle sie damit. Frittiere die Blätter anschließend in Schmalz oder gutem Pflanzenöl.
Zutaten
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| Piglia un poco di fiore di farina | Etwas feines Weizenmehl | - | - |
| ova | Eier | - | - |
| zuccaro | Zucker | - | - |
| un poca di canella | Etwas Zimt | - | - |
| zafrano | Safran | Gewürzhandel, Online-Gewürzhandel | - |
| foglie de salvia integre | Ganze Salbeiblätter | Gärtnerei / Wochenmarkt | - |
| strutto | Schweineschmalz | Metzger / Supermarkt | Pflanzenöl |
| bono olio | Gutes Pflanzenöl (z.B. Olivenöl) | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Ausgebackene Salbeiblätter im süßen Eierteig - ein knuspriges Kräutergebäck, das es bis heute als salvia fritta in der italienischen Küche gibt. Der direkte Korpus-Zwilling ist teg-039 („Gebackener Salbei“ aus dem Tegernseer Speisenbuch); verwandt sind die frittierten Kräuterküchlein bei Form of Cury (foc-169).
Der Teig ist ein dünner Ausbackteig aus fiore di farina (feinstem Weizenmehl), Ei und Zucker, mit Zimt gewürzt und mit Safran gelb gefärbt. Frictelle heißt hier nicht „Krapfen“ im engen Sinn, sondern allgemein Frittiertes - das namensgebende Element ist das ganze Salbeiblatt, nicht der Teig.
Maestro Martino lässt offen, ob die Blätter nur eingetaucht (integnere) oder ganz umhüllt (involtare) werden. Beides funktioniert: dünn überzogen bleibt das Blatt sichtbar und aromatisch, dick umhüllt entsteht ein kleines Küchlein mit Salbei im Kern.
Praxis. Aus ca. 100 g feinem Mehl, 1 Ei, 1-2 EL Zucker, einer Prise Zimt und einigen in wenig warmem Wasser eingeweichten Safranfäden einen dünnflüssigen Ausbackteig rühren. Große, trockene Salbeiblätter (mit Stiel zum Halten) durchziehen und in heißem Schmalz oder gutem Öl (ca. 170 °C) goldgelb ausbacken. Auf Papier abtropfen, warm und frisch essen - sie verlieren rasch die Knusprigkeit.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/mar-164/
fyndling.de/rezepte/mar-164/