Kunstbuch von mancherley Essen (Kunstbuch Von mancherley Essen, Gesotten, Gebraten, Posteten, von Hirschen, Vogelen, Wildtprat, vnd andern Schawessen, so auff Fürstlichen, vnd andern Pancketen zuzurichten gehörich)
Braune Füße mit Äpfeln und Zwiebeln
Moderne Übersetzung
Ebenso die Füße auf die eben genannte Weise braun abmachen. Danach abgeschwitzte Äpfel und Zwiebeln darauf geben und Zucker darüberstreuen, wenn man sie zu Tisch tragen will.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| (erschlossen) | Füße (ſie, wie in der Reihe davor) | - | Beim Metzger, Ochsen- oder Schweinsfüße meist auf Bestellung | - |
| Epffel | Äpfel | - | - | Eine feste, säuerliche Sorte wie Boskoop, damit die Stücke beim Abschwitzen die Form behalten. |
| Zwybeln | Zwiebeln | - | - | - |
| Zucker | Zucker | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Gegarte Füße in der braunen Sauce des Rezepts davor (ron-0197), obenauf abgeschwitzte Äpfel und Zwiebeln und zum Auftragen Zucker. In ron-0197 wird die Sauce braun gesotten, mit Weißbrot und Wein durch ein Haartuch gestrichen, mit Zimt, Pfeffer, Nelken, Ingwer und Zucker abgemacht, über die Ochsenfüße gegeben und mit ihnen durchgekocht; beim Durchkochen bindet das Weißbrot.
Die Füße. Dass die Füße schon weich gesotten sind, setzt der Text voraus. Füße aus Haut, Sehnen und Knochen werden erst nach langem Sieden weich.
Äpfel und Zwiebeln. „Abgeschwetzt“ heißt in heißem Fett angeschwitzt, bis sie weich sind. Das Fett nennt der Text hier nicht; Rontzier schwitzt sonst meist in Butter. Ob die Äpfel und Zwiebeln in Scheiben, Spalten oder gehackt kommen, sagt er nicht; Rumpolt hackt sie für seine Ochsenfüße durcheinander (rum-0074). Eine Farbe verlangt das Abschwitzen nicht, „braun“ gilt den Füßen.
Praxis. Die Füße in Wasser schwach sieden, bis sie weich sind; Schweinsfüße brauchen etwa zwei bis drei Stunden, Ochsenfüße länger. Dann wie in ron-0197 in der braunen Brot-Wein-Sauce durchkochen. Äpfel und Zwiebeln schneiden, in Butter abschwitzen, ohne sie zu bräunen, auf die Füße geben und beim Auftragen mit Zucker bestreuen. Mengen nennt der Text nicht. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; sie schließt das Vorkochen der Füße ein.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/ron-0198/
fyndling.de/rezepte/ron-0198/