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Ein new Kochbuch (Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle)

Frankfurt am Main, 1581 · Frühneuhochdeutsch (Frankfurter Druckersprache mit oberdeutscher Schreibung, südwestdeutsch/rhein-mainischer Küchenwortschatz, 1581)

Dünne Apfelscheiben im Weinteig

Moderne Übersetzung

Schneide Äpfel rund und dünn. Mache einen Teig dazu mit Wein und backe die Äpfel damit aus: Wenn du sie in heiße Butter wirfst, so gehen sie schön auf. Gib sie warm auf den Tisch und bestreue sie mit weißem Zucker, so ist es auch gut.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
Epffel Äpfel - - -
Wein Wein - - -
heisse Butter Butter - - Butterschmalz verbrennt beim Ausbacken weniger leicht (moderne Hilfe).
weissem Zucker Weißer Zucker - - -

Zubereitungshinweis

Welches Gericht ist das? Dünne runde Apfelscheiben, durch einen Weinteig gezogen und in heißer Butter ausgebacken, warm mit weißem Zucker bestreut, heute am ehesten Apfelküchle oder Apfelscheiben im Backteig. Rumpolt bringt dasselbe Gericht im Kapitel vom Gebackenen noch einmal ausführlicher (rum-1688); das folgende Rezept (rum-1321) nimmt statt Scheiben ganze, ausgehöhlte Äpfel.

Scheiben oder Ringe? Der Text sagt nur „rund und dünn“, vom Kerngehäuse ist keine Rede. Wer die Scheiben quer schneidet und das Kerngehäuse aussticht, bekommt Ringe; das ist bequem, aber eine moderne Entscheidung. Dünne Scheiben garen beim Ausbacken rasch durch und bieten dem Teig viel Fläche. Feste, säuerliche Sorten wie Boskoop halten dabei besser die Form als weiche Süßäpfel.

Der Teig. Diese Fassung nennt nur Wein. In der ausführlicheren Fassung (rum-1688) verlangt Rumpolt einen Teig „võ lauter Wein vnd Mehl“, nicht zu dick und nicht zu dünn, und lässt den überflüssigen Teig abrinnen. Daran halten wir uns. Eier oder Salz nennt keine der beiden Fassungen. Welchen Wein, sagt Rumpolt nicht; Weißwein ist eine moderne Wahl.

Das Fett. „In heiße Butter werfen“ heißt ausbacken in reichlich Fett. Heiß genug ist die Butter, wenn der Teig sofort schäumt und aufgeht. Gewöhnliche Butter bräunt und verbrennt bei dieser Hitze rasch; Butterschmalz ist die moderne Hilfe dagegen. Den Zucker streut Rumpolt erst auf die fertigen Äpfel.

Praxis. Mehl und Wein zu einem glatten Ausbackteig verrühren. Die Äpfel quer in dünne Scheiben schneiden, einzeln durch den Teig ziehen und abtropfen lassen. Portionsweise, nur wenige zugleich, in reichlich heißer Butter goldgelb ausbacken. Warm auftragen und mit weißem Zucker bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa 20 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.

fyndling.de/rezepte/rum-1320/