Ein new Kochbuch (Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle)
Mit Weichselsauce gefüllte Krapfen, in Butter gebacken
Moderne Übersetzung
Nimm einen solchen Teig und rolle ihn aus. Schlage Weichselsauce hinein, schneide es mit dem Rädchen ab, wirf es in Butter und backe es. Gib es warm auf einen Tisch und bestreue es mit weißem Zucker. So sind es gute Krapfen von Weichselsauce.
Solche Krapfen kannst du von allerlei Saucen machen.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| ein solchen Teig | ein solchen Teig | - | - | - |
| Weichselsalsen | Weichselsalsen | - | - | dick eingekochtes Sauerkirschkompott (moderner Behelf, nicht Rumpolts Salse) |
| Butter | Butter | - | - | Butterschmalz (moderne Ergänzung, verträgt mehr Hitze) |
| weissem Zucker | weissem Zucker | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Süße gefüllte Teigtaschen aus Rumpolts Kapitel „Von allerley Gebackens“: Ein ausgerollter Teig wird um dick eingekochte Weichselsauce geschlagen, mit dem Rädchen in Stücke geschnitten, in Butter ausgebacken und warm mit weißem Zucker bestreut. Mengen nennt der Text nicht.
Der Teig. Rumpolt schreibt nur „ein solchen Teig“ und setzt einen schon beschriebenen voraus. Nimm den Teig der Mandelkrapfen (rum-1661): Weizenmehl mit warmem Wasser und etwas Butter zu einem festen, geschmeidigen Teig verkneten, der sich dünn ausrollen lässt, ohne beim Umschlagen zu reißen.
Die Füllung. Die Weichselsauce muss dick sein, sonst läuft sie beim Ausbacken aus. Rumpolt kocht sie selbst dick ein und löst sie erst zum Auftragen mit Wein und Zucker (rum-1558); für die Krapfen bleibt dieser Schritt weg. Heute geht dick eingekochtes Sauerkirschkompott als Behelf.
Einschlagen. Die Sauce in kleinen Häufchen auf den ausgerollten Teig setzen, den Teig darüberklappen und mit dem Teigrädchen in einzelne Stücke abschneiden. Das Rädchen drückt die Ränder dabei zu; zur Sicherheit noch mit den Fingern andrücken.
Ausbacken. Eine Hitzeangabe fehlt hier. Butter verbrennt früh, deshalb bei mäßiger Hitze goldgelb ausbacken, so wie Rumpolt es bei den verwandten Krapfen mit „nicht gar zu heiß“ verlangt. Butterschmalz verträgt mehr Hitze als frische Butter.
Praxis. Eine flache Pfanne mit reichlich Butter über gleichmäßiger Glut genügt. Die Krapfen in kleinen Portionen backen, warm anrichten und sofort mit Zucker bestreuen, damit er haftet. Rumpolt öffnet das Rezept selbst für andere Salsen. Die Zeit von etwa 45 Minuten mit Teig ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/rum-1694/
fyndling.de/rezepte/rum-1694/