Ein new Kochbuch (Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle)
Latwerge aus Schlehen
Moderne Übersetzung
Eine Latwerge gekocht von Schlehen. Man mag auch Zimt, Nelken und Zucker darunter nehmen, so wird es gut.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Schlehen | Schlehen | - | - | - |
| Zimmet | Zimt (nach Belieben) | - | - | - |
| Neglein | Nelken (nach Belieben) | - | - | - |
| Zucker | Zucker (nach Belieben) | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Eine Latwerge, also ein dick eingekochtes Mus aus Schlehen, wie man es heute als Schlehenmus oder Schlehenmarmelade kennt. Rumpolt schreibt nur, dass sie gekocht wird; Zimt, Nelken und Zucker kommen nach Belieben dazu („Man mag auch“). Mengen, Wasser und Kochzeit nennt er nicht.
Wie wird gekocht? Der Text sagt nur „gekocht“. Heute kocht man die Schlehen entsteint und passiert sie zu einem glatten Mus; beides steht nicht bei Rumpolt. Das ausgeführte Verfahren mit derselben Würzung steht zwei Nummern vorher beim Sauerkirschkonfekt (rum-1888), das Rumpolt gleich danach selbst eine Latwerge nennt: aufsieden, durch ein Haartuch streichen, mit Zimt, Nelken und Zucker dick einkochen.
Wozu Zucker und Gewürz? Die Schlehe ist sehr herb. Der Zucker mildert das und macht das Mus haltbarer; Zimt und Nelken sind eine Würzung nach Wahl.
Praxis. Wer nachkochen will, nimmt das Verfahren von rum-1888 als Vorbild und süßt nach Geschmack. Zimt und Nelken kann man weglassen, wie es Rumpolt bei der Holunder-Latwerge (rum-1889) ausdrücklich tut.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/rum-1890/
fyndling.de/rezepte/rum-1890/