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Ein new Kochbuch (Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle)

Frankfurt am Main, 1581 · Frühneuhochdeutsch (Frankfurter Druckersprache mit oberdeutscher Schreibung, südwestdeutsch/rhein-mainischer Küchenwortschatz, 1581)

Stinkenden Wein nach Einschlag verbessern

Moderne Übersetzung

Wenn ein Wein nach dem Einschlag stinkt: Nimm ein heißes Brot, das gerade erst aus dem Ofen kommt, und brich es auseinander. Lege es so auf den Spund und lass es liegen, bis es kalt wird. Dann zieht es den Geschmack an sich.

Ist das Fass groß, so mach es einmal oder dreimal. Es hilft und ist bewährt.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
ein heiß Brot/ das erst auß dem Ofen kompt heißes Brot, frisch aus dem Ofen 1 - -

Zubereitungshinweis

Was ist das? Keine Speise, sondern eine Fassbehandlung: ein Mittel gegen üblen Geruch im Wein nach dem Einschlag. Es setzt ein befülltes Fass mit diesem Weinfehler voraus. Gebraucht werden nur ein Brot und der Spund.

Der Einschlag. Was Rumpolt darunter versteht, steht im selben Anhang: In rum-1946 und rum-1949 wird Schwefel geschmolzen, mit Gewürzen versetzt und auf Leinen- oder Rupfenstreifen gezogen. Gemeint ist also das Schwefeln des Fasses. Danach riecht der Wein offenbar unangenehm, und dagegen hilft dieses Rezept.

Geschmack. Rumpolt schreibt, das Brot ziehe den "Geschmack" an sich. Das Wort meint hier den Geruch, wie das "stincket" der Überschrift zeigt. Die Übersetzung behält das Wort.

Der Spund. "Auff den Spunt" lässt offen, ob das Brot auf die geöffnete Spundöffnung oder auf den Verschluss gelegt wird. Beides passt zum Wortlaut; die Übersetzung legt sich nicht fest.

Wie oft? Bei einem großen Fass "ein mal oder drey". Rumpolt nennt nur die Bedingung, keinen Grund. Wer es nachstellt, legt nach dem ersten Brot je nach Geruch ein frisches nach, bis zu dreimal.

Praxis. Ein ganzes Brot, das eben aus dem Ofen kommt, wird heiß aufgebrochen, mit der offenen Seite auf den Spund gelegt und bleibt dort, bis es ausgekühlt ist. Das Kaltwerden ist das einzige Zeitmaß des Textes. Brotsorte und Weinsorte nennt Rumpolt nicht. Die Zubereitungszeit von etwa einer Stunde ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; ein großer Laib braucht zum Auskühlen eher länger. Ob das Brot den Geruch tatsächlich bindet, ist nicht belegt; Rumpolts "bewert" ist seine Bürgschaft, kein Nachweis.

fyndling.de/rezepte/rum-1948/